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Festungsbau
im 19. und 20. Jahrhundert

Keinem vernünftigen Menschen wird es einfallen,
Tintenflecken mit Tinte, Ölflecken mit Öl wegwaschen
zu wollen. Nur Blut soll immer mit Blut abgewaschen werden.

Bertha von Suttner
Friedennobelpreisträgerin
1843-1914

Festungen in Deutschland, Frankreich und dem restlichen Europa

Über Jahrhunderte hinweg waren Festungen zentraler Stützpfeiler der Landesverteidigung. Im Mittelalter waren es die Burgen, die als weithin sichtbare Symbole der Macht dienten, den Herrscherfamilien ein Zuhause gaben und als Bollwerk gegen Widersacher dienten. Das Aufkommen erster Feuerwaffen auf den Schlachtfeldern Europas leitete den Niedergang der Burgen ein. Es begann die Zeit großer Festungsbaumeister wie beispielsweise Sébastien Vauban (1633-1707) prägte mit seinen Konzepten den Festungsbau bis in beginnende 19. Jahrhundert. Noch heute kann man seine imposanten Wehrbauten bestaunen. Nicht wenige von ihnen gelten als Weltkulturerbe.

Gegen Ende des 18. Jahrhunderts bzw. zu Beginn des 19. Jahrhunderts kamen dann allerdings verschiedene Entwicklungen zusammen, die nachfolgend maßgeblichen Einfluss auf den Festungsbau hatten: Erste Staaten leisteten sich „stehende Heere“. Sie stellten also nicht nur im Kriegsfall eine eigene Armee auf, sondern hielten dauerhaft eine nennenswerte Anzahl an Soldaten unter Waffen – jederzeit einsatzbereit.

Dieser Trend entwickelte sich bereits gegen Ende des 16. Jahrhunderts, aber spätestens mit dem Aufstieg Preußens als eine der führende Mächte in Europa wurden stehende Heere zum Standard. Natürlich mussten Mensch und Material untergebracht werden. Erste Festungen (im neuzeitlichen Sinne) entstanden. Dabei handelte es sich um ausschließlich militärisch genutzte Bauten – einerseits zum Schutz wichtiger Landmarken (das hatte sich also seit dem Mittelalter nicht verändert) und andererseits dienten sie zur Unterbringung der Soldaten.

Ganz unabhängig davon entwickelte sich die Waffentechnik stetig weiter und hier gilt insbesondere die Artillerie als Treiber, die den Festungsbau im 18. und insbesondere 19. Jahrhundert entscheidend beeinflusste. Man entwickelte immer modernere Geschütze mit zunehmender Reichweite, Treffgenauigkeit und Durchschlagskraft der Geschosse. Darauf mussten natürlich die Festungsbauingenieure reagieren. Festungen wurden zunehmend gedrungener (und nicht so hoch aufragend wie zuvor). Man verwendete Steine und zuletzt Stahlbeton als Baumaterien. Das sind nur zwei Beispiele. Letztlich wandelte sich auch die Rolle der Artillerie im Festungskrieg: Anfangs waren Festungen Stützpunkte der Infanterie, die von der Festungsartillerie unterstützt wurde. Gegen Ende des 19. Jahrhundert entwickelte man sog. Panzerfestungen – waffenstarrende Artilleriefestungen, bei denen die Infanterie nur noch die Aufgabe hat, eindringende Feinde niederzukämpfen.

All diese Entwicklungen versuche ich auf www.festungen.info zu dokumentieren und zu erklären. Ich bin allerdings kein Historiker und während meiner Schulzeit war ich in Geschichte auch keine sonderliche Leuchte. Ich bin einfach nur ein Interessierter mit einer Kamera in der Hand und viel Neugierde, weil ich die Hintergründe verstehen möchte.

In diesem Sinne wünsche ich Dir
viel Freude beim Erkunden meiner Homepage.

Einen Überblick über alle Themen gibt es hier.

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Wissenswertes und Bildergalerien über
Festungen des 19. und beginnenden 20. Jahrhundert

Festungsbau: Wettlauf mit der Artillerie - Entwicklung moderner Panzerfestungen

Seit dem Aufkommen des Schwarzpulvers in Europa und dem Einsatz erster Kanonen auf den Schlachtfeldern hat die Artillerie nicht so viele und einschneidende Veränderungen durchgemacht wir im 19. Jahrhundert - konkret: seit der Einführung des gezogenen Artilleriematerials: Bonze und Gusseisen wurden durch Stahl ersetzt, das Holz im Lafettenbau ebenfalls, die Vorderladung wich der Hinterladung, die Kugeln ist dem immer länger gewordenen Spitzgeschoss gewichen und das alte Schwarzpulver ersetzte man durch andere Explosivstolle - zuletzt dem rauchschwachen (chemischen) Pulver.

Das sind nur einige der Veränderungen, die dazu führten, dass sich die Artillerie zu einer eigenen Waffengattung entwickelte. Bis dahin kannten kämpfende Armeen nur die Infanterie und Kavallerie. Die Artillerie war in die Heere eingegliedert. In Preußen gab es beispielsweise Bataillons- und Regimentsgeschütze, die der Infanterie zur unmittelbaren Feuerunterstützung dienten. Die Reichweite der Geschütze lag bei gut 1.500 Schritt, was rd. 1.200 Meter entspricht. Man verschoss eiserne Vollkugeln und versuchte die feindliche Infanterie zu flankieren. Eine Taktik, die man im Verlauf des 19. Jahrhunderts wegen des immer effektiveren Artilleriematerials mehrfach änderte.

Diese enormen Veränderungen hatten maßgeblichen Einfluss auf den Festungsbau. Die Ingenieure reagierten auf die Entwicklungssprünge. Die Erfindung moderner Sprenggranaten in den 1880er-Jahren führte sogar zu einer Krise, weil auf einen Schlag alle bisherigen Festungen als veraltet galten. Festungen waren seinerzeit aber ein Stützpfeiler der Landesverteidigung, was nichts anderes hieß, als dass diese auf dem Spiel stand. Wie alle Nationen reagierte auch Deutschland auf die Neuerungen der Artillerie. Sie entwickelten gegen Ende des Jahrhunderts einen gänzlich neuen Festungstyp: die Panzerfortifikation, die sie kurz "Feste" nannten. Einen Prototypen findet man in Polen bei Toruń (Feste König Wilhelm I.). Die erste wirkliche Panzerfestung errichtete das Kaiserreich bei Straßburg - Feste Kaiser Wilhelm II.. Dann folgten etliche weitere Panzerfestungen bei Metz und Thionville.

Deutscher Kaiser - Kaiser Wilhelm II

Kaiser Wilhelm II. (1859-1941)

Eine Panzerfestung war für die damalige Zeit eine Festung mit modernster Technik und selbstredend waffenstarrend. Im Grund waren es schwer bewaffnete und umfangreich geschützte Artilleriefestungen, bei denen der Infanterie lediglich die Aufgabe zukam, einen in die Festung eindringenden Feind niederzukämpfen. Letzteres war damals nicht neu, wurde aber zuvor nicht so konsequent umgesetzt. Es waren Festungen für den Fern- und nicht für den Nahkampf. Sie wurde unter dem letzten deutschen Kaiser entwickelt - Kaiser Wilhelm II..

Panzerfestungen kennzeichnet, dass sie nicht mehr kompakt errichtet wurden wie alle anderen Festungen zuvor. Heißt: Die Festung besteht aus mehreren Bauten (Werke), die im Gelände verteilt wurden. Dadurch sind die einzelnen Werke zwar nicht besser durch vor feindlichem Artilleriebeschuss geschützt, wird aber ein Werk getroffen, können die übrigen noch kämpfen. Außerdem verwendete man Stahlbeton anstatt von Bruch- oder Ziegelsteine, was die Widerstandsfähigkeit enorm erhöhte. Und - last but not least - die einzelnen Werke wurden quasi in die Erde eingegraben. Man konnte sie aus der Ferne kaum erkennen, warum sie auch viel schwerer zu beschießen waren. Die einzelnen Werke wiederum waren unterirdisch miteinander verbunden und sie verfügten über umfangreiche Infrastruktur (Küche, Energiezentrale, Telefon, Sanitätsbereich etc.).

Viele Neuerungen findet man bei der Maginot-Linie, dem West- oder Atlantikwall wieder.

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Panzerfortifikationen gegen Ende des 19. Jahrhunderts
bis zum Ersten Weltkrieg

Festungen und Festungssysteme - errichtet zwischen 1930 bis heute

Geprägt von den Schrecken des Ersten Weltkriegs, geschockt vom erbarmungslosen Töten an der Front und dem grauenhaften Stellungskrieg an der Westfront oder in den Alpen begannen die Militärs aller europäischen Nationen nach Ende dieses blutigen Krieges mit seiner Aufarbeitung. Dabei kamen die einzelnen Länder durchaus zu anderen Ergebnisse.

Deutschland beispielsweise experimentierte mit der neuen Panzerwaffe, die man als Angriffswaffe und nicht als Begleitung der Infanterie (wie Frankreich oder England) einsetzen wollte. Ähnlich wiederum waren die Überlegungen zum Schutz der Soldaten. Alle waren der Ansicht, dass im Fall einer erneuten Auseinandersetzung abermals ein Stellungskrieg droht. Wenn das schon passieren würde, sollen die eigenen Soldaten wenigstens angemessen durch Verteidigungsanlagen, Bunker und betonierte Stellung geschützt werden bzw. aus ihnen heraus kämpfen können. In Frankreich kam hinzu, dass man gar keine andere Lösung sah einen neuen Verteidigungswall an der deutsch-französischen Grenze anzulegen, weil zur Verteidigung dieser schlicht die Soldaten fehlten. Der Erste Weltkrieg hatte kurz zuvor quasi eine ganze Generation junger Männer ausgelöscht.

Unterm Strich begannen viele europäische Nationen Anfang/Mitte der 1930er-Jahre mit dem Bau neuer Verteidigungsanlagen. Frankreich investierte in den Auf- und Ausbau der Maginot-Linie, die ihren Schwerpunkt entlang der deutsch-französischen Grenze hatte, aber letztlich von der Nordsee bis zum Mittelmeer reichte.

Zweiter Weltkrieg - 1940 - Westfeldzug gegen Frankreich

1940 - Feldzug gegen Frankreich

Deutschland wollte sich gegen Russland (Ostwall bzw. Oder-Warthe-Bogen) und Frankreich (Westwall) schützen. Russland errichtete die sogenannte Stalin-Linie, Italien unter dem Diktator Benito Mussolini, der eigentlich als Verbündeter des Dritten Reichs galt, baute den Alpenwall an der Grenze zu Frankreich und Österreich. Selbst die neutrale Schweiz begann seine Landesgrenzen durch die Schweizer Réduit zu schützen.

Alles riesige Bauvorhaben, die bald nach Ausbruch des Zweiten Weltkriegs wenig Nutzen hatten, da niemand (auch anfangs nicht Nazi-Deutschland) an den Erfolg des Blitzkrieges bzw. der neu entwickelten Panzerwaffe glaubte.

Am Ende kam es anders als angenommen. Niemand in Frankreich rechnete damit, dass Deutschland abermals die Befestigungsanlagen entlang der direkten Grenze über Belgien umgehen würde - schon gar nicht durch die Ardennen.

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Bildergalerien und Wissenswertes über
Festungen während des Zweiten Weltkriegs bis heute

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