Festung Küstrin

Karte: Festungen in Ost-Europa - anno 1900 | Deutschland - Österreich-Ungarn - Russland

Karte: Festungen in Ost-Europa - anno 1900
Deutschland - Österreich-Ungarn - Russland

Die Geschichte der Festung Küstrin reicht weit zurück: Bereits im 16. Jahrhundert wurden der strategisch günstig gelegene Ort am Zusammenfluss der Oder und der Warthe mit ersten Befestigungsanlagen gesichert. Aus dieser Zeit stammen noch die Bastionen König, Kronprinz, Kronprinzessin und Philipp sowie als Stadttore das Berliner Tor und das Zorndorfer Tor.

Dann folgte eine bewegte Geschichte, in der die Stadt immer wieder von anderen Herrschern vereinnahmt wurde, die dann die Befestigungsanlagen erweiterten und modernisierten. Eine Zeit lang herrschte hier der schwedische König Gustav II. später der preußische Kurfürst König Friedrich Wilhelm. Im 18. Jahrhundert wurde Küstrin sogar von russischen Truppen belagert und während der napoleonischen Kriege wurde der Ort von französischen Truppen eingenommen.

Mit dem Ender der napoleonischen Kriege und aufbauend auf den Ergebnissen des Wiener Kongresses 1815 hoffte man, dass wieder Ruhe in Europa einkehrt. In Preußen konzentrierte man sich in dieser Zeit auf den Bau neuer Festungen, um strategisch wichtige Städte wie Köln oder Koblenz – aber auch Küstrin – besser verteidigen zu können.

Biehlersche Einheitsfort - Standardfestung der Preußen gegen Ende des 19. Jahrhunderts

Biehlersche Einheitsfort
Standardfestung der Preußen in den 1870/80er-Jahren

Der preußische König Friedrich Wilhelm IV. gab daher den Befehl, rund um Küstrin weitere, modernere Festungen anzulegen. Die Bauarbeiten begannen in den 1850er-Jahren. Anfangs errichtete man verschiedene Lünetten. Damit sind im Festungsbau selbständige Festungswerke gemeint, die hinsichtlich ihres Grundrisses einer Bastion ähneln und zwei Facen sowie zwei Flanken haben.

Später dann – in den 1880er-Jahren – mussten weitere Befestigungsanlagen weiter vor den Toren der Stadt errichtet werden. Neuartige Hinterlader mit gezogenem Lauf (siehe: Entwicklung der Artillerie) hatten eine deutlich höhere Reichweite als herkömmliche Vorderlader. Platzierte man diese dann obendrein noch auf den Anhöhen rund um die Stadt, war sie einem Artilleriebeschuss schutzlos aufgeliefert.

Also planten preußische Festungsbauingenieure, Küstrin zu einer Gürtelfestung auszubauen - geschützt von mehren detachierten Forts, mit einigem Abstand vor den Toren der Stadt positioniert werden sollen. Als Bauform entschied man sich für das Biehlersche Standardforts: Die von Alexis von Biehler entwickelte Polygonalfestungen war seinerzeit der Standard viele neuer preußischer Festungen. Der Bauplan war ausgereift, erprobt und das Projekt konnte kostengünstig in die Tat umgesetzt werden. In den 1880er-Jahren entstanden so vier Forts zum Schutz der Stadt.

Der „schlechte Witz“ bei dieser Geschichte ist, dass diese Forts bereits zum Zeitpunkt ihrer Fertigstellung als veraltet anzusehen waren. Inzwischen sind moderne Spreng- bzw. Brisanzgranaten entwickelt worden. Die just errichteten Festungsanlagen hätten einem Beschuss mit diesen nicht lange widerstehen können. Siehe: Brisanzgranatenkrise.

Preußische Festungen rund um Küstrin des 19. Jahrhunderts

Festung Küstrin

erbaut

KMZ für Google-Earth

Brückenkopfschanze

in den 1820er-Jahren

Lünette A

Bau wurde nicht ausgeführt

Lünette B

1860-1863

Lünette C

1860-1863

Lünette D

1860-1863

Fort Gorgast

1883-1889

Fort Zorndorf

1883-1887

Fort Säpzig

1887-1890)

Fort Tschernow

1888-1890

www.festungen.info ist eine private Homepage und verfolgt keine kommerziellen Zwecke. Dennoch verwendet die Website Cookies, um Ihnen das beste Surf-Erlebnis zu ermöglichen und eine Reichweitenmessung durchzuführen. Weitere Informationen erhalten Sie in der Datenschutzerklärung.