Geschichte des Festungsbaus:

Panzerfestungen des
deutschen Kaiserreichs in Elsass-Lothringen
zu Beginn des Ersten Weltkriegs

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Deutscher Kaiser - Kaiser Wilhelm II


"Ehe die Theorie des ewigen Friedens allgemein zur Anerkennung gelangt, werden noch manche Jahrhunderte vergehen."

Kaiser Wilhelm II.
letzte deutsche Kaiser
1859-1941

Die Entwicklung der Panzerfestungen gegen Ende des 19. Jahrhunderts

Gegen Ende des 19. Jahrhundert beeinflussten zwei Entwicklung maßgeblich den Festungsbau. Sie führten einerseits dazu, dass in Frankreich und Deutschland innerhalb weniger Jahrzehnte eine Vielzahl neuer Festungen errichtet wurden und andererseits zwangen sie die Festungsbauingenieure in ganz Europe zur Veränderung traditioneller Konzepte zur Errichtung moderner Festungen. Die Folgen dieser Entwicklung reichen bis zum Ersten Weltkrieg und die seinerzeit errichteten Festungen schrieben nicht zuletzt bei der Schlacht um Verdun traurige Geschichte.

Brisanzgranaten und Festungsbau

Das war ein gewaltiger Schock für die Militärs in Europa im Allgemeinen und den Festungsbauingenieuren im Speziellen:

Bereits 1840 entwickelte der Schwede Martin von Wahrendorff den Hinterlader und kurz darauf Geschütze mit gezogenem Lauf, was der Artillerie auf den Schlachtfeldern zu einem Bedeutungssprung verhalf. Das hatte natürlich auch Einfluss auf den Festungsbau, erschütterte ihn aber nicht.

Dann - 1880 - kamen Brisanzgranaten auf den Markt - Sprenggeschosse, die mit TNT und ähnlich explosivem Material gefüllt waren, und eine enorme Zerstörungskraft hatten. Eine Wucht, der bisherige Festungen - selbst wenn sie kurz zuvor errichtet wurden - nichts entgegenzusetzen hatten. Mittels dieser Sprenggeschosse konnte man sie innerhalb kurzer Zeit in Schutt und Asche legen. Alle Festungen - ob just errichtet oder schon seit Jahren kampfeserprobt - galten auf einen Schlag als veraltet. Siehe: Brisanzgranatenkrise [interner Link].

Welche enorme Wucht diese Brisanzgranaten haben, wurden Jahre später, 1914 zu Beginn des Ersten Weltkriegs in einer umfangreichen Denkschrift über die Beschießung der Festungen Lüttich, Namur und Antwerpen ausführlich dokumentiert. Damals kam die Dicke Berta zum Einsatz; sie basierte letztlich aber auf den Wahrendorff'schen Erfindungen und man setzte Sprenggranaten ein - also Brisanzgranaten.

Aber zurück ins 19. Jahrhundert: Nach 1880 war allen Festungsbauingenieuren klar, dass neue Konzepte zu erarbeiten sind. Die Deutschen entwickelten zu jener Zeit einen gänzlich neuen Festungstyp, die Feste. Letztlich ist sie eine Weiterentwicklungen vorhandener Konzepte (neudeutsche Festungsmanier) in Kombination mit neuen Baumaterialien und neuen Waffen. Und viel Stahl - zum Schutz empfindlicher Elemente.

Nachfolgend ein etwas ausführlicherer Blick auf die Panzerfortifikationen, die gegen Ende des 19. Jahrhunderts errichtet wurden:



Deutsche Festungen in Frankreich

Verlauf der Barrière de Fer zwischen Verdun und Belfort

Quelle der Karte: The Americans in the Great War - V2 The Battle of Saint Mihiel von 1915 / Autor: Michelin & Cie

1870/71 ... der Deutsch-Französische Krieg ist beendet. Deutschland hatte einen glorreichen Sieg über die Frankreich errungen. Vor allem einen schnellen Sieg, denn die Auseinandersetzung dauerte nicht einmal ein Jahr. Hätten die damaligen Akteure in die Zukunft schauen können, hätten sie sicher vieles anders gemacht. So wussten sie es nicht besser und die Folgen dieses Krieges sowie der Entwicklungen danach mündeten unter anderem in die Schrecken des Ersten Weltkriegs.

Eine der nachhaltigsten Kriegsfolgen war die deutsche Annexion Elsass-Lothringen durch das Deutsche Kaiserreich. Sie wurden zum Reichland Elsass-Lothringen zusammengefasst, welches bis 1918 zum Deutschen Kaiserreich gehörte. Während Politiker diesen Schritt befürworteten, weil Deutschland nun Zugriff auf die reichhaltigen Erzvorkommen in Lothringen hatte, war sie für die Militärs Ausgangspunkt viele strategischer Überlegungen. Letztere gaben auch den Ausschlag dafür, dass bereits zehn Tage nachdem sich die kaiserlichen Truppen der Regionen bemächtigten, von höchster Stelle der Befehl erging, die Städte Metz, Thionville und Straßburg zügig zu befestigen.

Die Geschichte nahm also ihren Lauf. Die Deutschen erfasste zwischen 1871 und dem Beginn des Ersten Weltkriegs im Jahr 1914 eine regelrechte Bauwut. Es galt, die strategisch wichtige Stadt Metz mit neuen Festungen zu sichern. Die Franzosen taten es ihnen gleich - allerdings einige Kilometer weiter westlich. Beraubt um Elsass-Lothringen errichteten sie parallel zur neuen deutsch-französischen Grenze einen Festungswall - die Barrière de Fer. Die nebenstehende Karte zeigt einen kleinen Ausschnitt des Reichslands Elsass-Lothringen und die wichtigen Städte auf der französischen Seite.



festung

Wissenswertes über Panzerfestungen
gegen Ende des 19. und dem beginnenden 20. Jahrhundert

Als Panzerfestung oder "Feste" bezeichnet man einen vom deutschen Kaiserreich gegen Ende des 19. Jahrhunderts entwickelten Festungstyp. Die immer stärker gewordene Artillerie und die enorme Zerstörungskraft neuer Sprenggranaten macht es notwendig, die Festungsartillerie, die den Fernkampf zu führen hatte, besonders zu schützen.
Man entwickelte moderne Panzertürme, um dies zu erreichen. Gleichzeitung galt es die Infanterie, die für die Nahverteidigung verantwortlich war, ebenfalls durch betonierte, unterirdische Kasematten ebenfalls besser zu schützen.

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