Impressionen aus verlassenen Ouvrages der Maginot-Linie

Impressionen aus verlassenen Ouvrages der Maginot-Linie

Achtung: Der Besuch verlassener Werke der Maginot-Linie kann lebensgefährlich sein. Will man sie dennoch unbedingt erkunden, muss man eine entsprechende Ausrüstung zur Hand haben. Besonders wichtig dabei ist: viel Licht. Denn im Inneren ist es so dunkel, dass man seine eigene Hand vor den Augen nicht mehr erkennen kann. Sich in einer Gruppe zu bewegen ist außerdem ein Muss. Nicht zuletzt für den Fall, dass man Kabeldieben begegnet. Ich weiß wovon ich rede und spreche aus Erfahrung.

Maginot


"Wir konnten kaum davon träumen, eine Art Große Mauer von Frankreich zu bauen, die ohnehin viel zu teuer wäre. Stattdessen haben wir mächtige, aber flexible Mittel zur Organisation der Verteidigung vorgesehen, die auf dem dualen Prinzip beruhen, das Terrain voll auszunutzen und überall eine kontinuierliche Schusslinie zu etablieren.“

André Maginot
1877 - 1932

Auszug aus einer Rede von André Maginot, die er am 10. Dezember 1929 vor dem französischen Parlament hielt.
Er versuchte die Parlamentarier von dem Bau einer neuen Festungslinie an der deutsch-französischen Grenze zu überzeugen.

Maginot



Maginot-Linie: Propaganda und Wirklichkeit

Die französische Regierung und selbstredend André Maginot feierten den Bau der Maginot-Linie. Historiker sind sich heute allerdings einig, dass dieser Festungswall entlang der deutsch-französischen Grenze maßgeblich zur „französischen Selbstzufriedenheit“ angesichts der wiederauflebenden deutschen Militärmacht nach dem Aufstieg von Adolf Hitler im Jahr 1933 beitrug (Quelle: Encyclopaedia Britannica). Fest steht, dass Propaganda und Wirklichkeit ziemlich weit auseinanderklafften. Das Konzept der Maginot-Linie hatte einige Schwachpunkte, die später – als es wirklich zur militärischen Auseinandersetzung zwischen Deutschland und Frankreich kann – eine wesentliche Rolle spielten.

(1) Die Maginot-Linie schützte nur Teile der Landesgrenze: Allem voran muss hier der Irrtum genannt werden, dass es einer Verteidigungslinie ausschließlich (!) entlang der direkten Grenze zu Deutschland bedurfte. Womit die Franzosen nicht rechneten und man kann heute nur darüber streiten, ob das Blauäugigkeit war oder verantwortungsloser Leichtsinn: Geschichte kann sich wiederholen. Zu Beginn des Westfeldzuges von Nazi-Deutschland marschierten die deutschen Truppen abermals über das neutrale Belgien in Frankreich ein. Diesmal allerdings über die Ardennen. Die Maginot-Linie konnte sie nicht stoppen, weil sie hier besonders schwach ausgeprägt war. Die mächtigen Infanterie- und Artilleriewerke insbesondere in Lothringen waren nutzlos. Sie feuerten teilweise nur wenige Schüsse ab, weil die Deutschen sie in Scheingefechte verwickelten. Nachdem dann die Wehrmacht in Windeseile den Frankreichfeldzug fortsetzte war sie schnell im Rücken der Bunker und konnten sie von hier aus attackieren. Kurz darauf folgte die Kapitulation Frankreichs.

(2) Die Festungskette war durchlässig: Anders als der Name vermuten lässt handelt es sich bei der Maginot-Linie nicht um eine engmaschige Kette an Bunkern. Oft lagen die Werke weit auseinander. Feindliche Truppen konnten mit etwas Geschick zwischen ihnen hindurchschlüpfen. Nur zehn Werke der Maginot-Linie wurden im Verlauf des Zweiten Weltkriegs von deutschen Truppen angegriffen. Die enormen Zerstörungen an vielen Bunkern rühren nämlich von den Amerikanern, die sich in den Bunkern verschanzte deutsche Truppen bei ihrem Vormarsch in Richtung Deutschland angriffen.


Deutsches Propaganda-Material: Historische Postkarte - Soldaten beim Sturm auf ein Panzerwerk

Deutsches Propaganda-Material: Postkarte - Soldaten beim Sturm auf ein Panzerwerk


(3) Der Unterhalt der Festungen war teuer und personalintensiv: Der Unterhalt der Maginot-Linie war kostspielig und sehr personalintensiv. Die einzelnen Infanteriewerke hatten eine Besatzung von jeweils 100 Soldaten, kleinere Artilleriewerke benötigten bereits 250 Mann und die großen Panzerwerke fassten bis zu 1.100 Soldaten. Sie fehlten an anderer Stelle, was sich letztlich für das französische Militär als großen Nachteil herausstellte. Insofern kehrte sich einer der Gründe für den Bau der Maginot-Linie (siehe Abschnitte zuvor) hier ins Gegenteil.

(4) Die Maginot-Linie war bei Kriegsausbruch nicht fertig: Mit Ausbruch des Zweiten Weltkriegs waren große Teile der Maginot-Linie noch gar nicht fertig. 1939 gab es entlang der deutsch-französischen Grenze insgesamt 22 große Festungen, 35 kleinere Werke und 300 Bunker bzw. MG-Nester. Das sind gewaltige Zahlen. Es ist aber nicht das, was André Maginot plante.

Abschnitt Montmédy

Ouvrage de La Ferté

Ouvrage du Chesnois

Ouvrage de Thonnelle

Ouvrage de Velosnes

Abschnitt Crusnes

Ouvrage Ferme Chappy (PO)

Ouvrage Fermont (GO)

Ouvrage Latiremont (GO)

Ouvrage Mauvais Bois (PO)

Ouvrage Bois du Four (PO)

Ouvrage Bréhain (GO)

Ouvrage Aumetz (PO)

Abschnitt Thionville

Ouvrage Rochonvillers (GO)

Ouvrage Molvange (GO)

Ouvrage Soetrich (GO)

Ouvrage Kobenbusch (GO)

Ouvrage Galgenberg (GO)

Ouvrage Métrich (GO)

Ouvrage Billig (GO)

Ouvrage Immerhof (PO)

Ouvrage Bois Karre (PO)

Ouvrage Oberheid (PO)

Ouvrage Sentrich (PO)

Observatoire de Cattenom

Abri du Bois de Cattenom

Abschnitt Boulay

Ouvrage Hackenberg (GO)

Ouvrage Mont de Welches (GO)

Ouvrage Michelsberg (GO)

Ouvrage Anzeling (GO)

Ouvrage Coucou (PO)

Ouvrage Hobling (PO)

Ouvrage Bousse (PO)

Ouvrage Berenbach (PO)

Ouvrage Bovenberg (PO)

Ouvrage Denting (PO)

Ouvrage Village de Coume (PO)

Ouvrage Nord de Coume (PO)

Ouvrage Coume (PO)

Ouvrage Sud de Coume (PO)

Ouvrage Mottemberg (PO)

Abri du Rotherberg

Ouvrage Kerfent (PO)

Abschnitt Faulquemont

Ouvrage Bambesch (PO)

Ouvrage Einseling (PO)

Ouvrage Laudrefang (PO)

Ouvrage Téting (PO)

Abschnitt Saar

Ouvrage Haut-Poirier (PO)

Ouvrage Simserhof (GO)

Abschnitt Lauter

Ouvrage Schiesseck (GO)

Ouvrage Welschhof (PO)

Ouvrage Rohrbach (PO)

Ouvrage Otterbiel (PO)

Ouvrage Grand-Hohèkirkel (PO)

Ouvrage Four-à-Chaux (PO)

Ouvrage Lembach (PO)

Abschnitt Haguenau

Ouvrage Hochwald (GO)

Ouvrage Schoenenbourg (GO)

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