Die Vogesen im Ersten Weltkrieg 1914 - 1918

Erster Weltkrieg - Zweisprachigkeit der Bevölkerung im Reichsland Elsass-Lothringen - 1914

Historische Karte aus dem Jahr 1915. Sie zeigt das 'Reichsland Elsass-Lothringen' bzw. die Vogesen, die (eigentlich) eine natürlich Sperre zum Südwesten des Deutschen Kaiserreichs darstellen.

Denkt man heute an die Kriegsschauplätze des Ersten Weltkriegs, fallen einem sofort die Schlachtfelder von Verdun oder Ypern ein. Etwas in Vergessenheit geraten ist, dass es auch einen bedeutenden Frontabschnitt in den Vogesen gab. Er war der einzige Gebirgsabschnitt der Westfront. Die Kämpfe an der Vogesenfront waren 1915 und Anfang 1916 besonders blutig. Dabei galt die Gebirgsregion zwischen dem Donon im Norden und dem Großen Belcher (frz. Grand Ballon) im Süden als besonders schwer umkämpftes Gebiet.

Die ersten Kriegshandlungen in der Region hatten ihren Ursprung allerdings gar nicht in den Vogesen, sondern im etwas nördlich gelegenen Lothringen und im Elsass. Gleich zu Beginn des Krieges versuchten französische Einheiten die seit 1871 an das Kaiserreich abgetretenen Gebiete zu erobern. Sie starteten bereits im August 1914 eine Offensive, die durch einen direkten Gegenangriff der Deutschen beantwortet wurde. Noch im selben Monat unternahmen die Franzosen (diesmal an anderer Stelle) einen zweiten Durchbruchsversuch, der abermals nicht erfolgreich war.

Dann verlagerten sich die Kämpfe in die Vogesen - also weiter südlich in eine schwer zugängige Bergregion. Ein militärisch wichtiger Stellungspunkt war der Hartmannswillerkopf (frz. Vieil-Armand) und der benachbarte Lingekopf (frz. Collet du Linge). Hier wurden im Verlauf der Zeit unzählige Stellungen und mit Beton verstärkte Unterstände erreichtet. Der Krieg hatte bereits jegliche Bewegung verloren und war zu einem besonders blutigen Stellungskrieg geworden. Das galt auch für die Vogesen. Die Schützengräben befanden sich teilweise nur wenige Meter voneinander entfernt. Man konnte den Feind hören und musste jederzeit mit einem Angriff rechnen. Die Soldaten kämpften unter schwersten (winterlichen) Bedingungen. Mit der Zeit kamen auch Stosstruppen mit Maschinengewehren, Minen- und Flammenwerfern zum Einsaz. Allein am Hartmannswillerkopf starben knapp 30.000 Soldaten.



Vogesenfront 1914 - 1918: Schlachten und Schlachtfelder in den bzw. nahe der Vogesen

Anfangs war der Erste Weltkrieg noch ein 'Bewegungskrieg'. Das zeigen die vorherigen Schilderungen. Französische Truppen stießen vor, nahmen wichtige Städte nahe der Vogesen ein (Mulhouse, Munster etc.), die einige Tage später wieder von deutschen Truppen angegriffen und zurückerobert wurden. Doch in den Monaten Oktober/November 1914 erstarrten die Fronten. Die Soldaten gruben sich ein, bauten ihre Stellungen aus und klammerte sich mit ihrem Leben an den Flecken Erde, auf dem sie standen. Die Vogesen-Täler Saint-Amarin und Masevaux blieben in französischer Hand und in den Lothringer Vogesen hielten sich die Frontlinie am Grenzkamm (Violu), an natürlichen Beobachtungsstelle (La Fontenelle, Tête des Faux) oder an strategischen Punkten (La Chapelotte, La Roche Mère Henry). Es folgte in erbitterter Stellungskrieg ...


Erster Weltkrieg - Vogesenfront

Vogesen




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