Verteidigungslinien
bis 1945

Verteidigungslinien
in Deutschland und Frankreich
bis 1945


Jede Kanone, die gebaut wird, jedes Kriegsschiff,
das vom Stapel gelassen wird, jede abgefeuerte
Rakete bedeutet letztlich einen Diebstahl an denen,
die hungern und nichts zu essen bekommen,
denen, die frieren und keine Kleidung haben.

Eine Welt unter Waffen verpulvert nicht
nur Geld allein. Sie verpulvert auch den Schweiß
ihrer Arbeiter, den Geist ihrer Wissenschaftler und
die Hoffnung ihrer Kinder.

Dwight D. Eisenhower
1890-1969



Verteidigungslinie bis 1945


Geprägt von den schrecklichen Erfahrungen des Ersten Weltkriegs und dem damit verbundenen Stellungskrieg waren Deutschland und Frankreich in den 30er- und 40-er Jahren des letzten Jahrhunderts bestrebt, ihre Grenzen durch umfangreiche Verteidigungslinie zu schützen. Die Logik dabei war relativ schlicht: Wenn es schon zu Stellungskriegen an den Grenzen kommen sollte (so wie einige Jahre zuvor), dann sollen die eigenen Soldaten aus angemessenen Verteidigungsanlagen heraus kämpfen können. Die eigene Armee hat dabei einen zentralen Vorteil gegenüber dem anrückenden Feind, der über solche Anlagen nicht verfügte. In den Köpfen der Militärstrategen spielten sich also Szenarien ab, die der Kriegstaktik des letzten Krieges entsprach, obwohl es beispielsweise mit dem Panzer bereits Angriffswaffen gab, die ganz neue Taktiken nahe legten.

Deutschland: Siegfried-Linie (Westwall)

2 Bildergalerien und weitere Regelbauten
Historische Bilder | Wissenswertes über den Westwall

Im Volksmund wird die Siegfried-Linie lediglich Westwall genannt, weil es das Deutsche Reich über eine Länge von 630 Kilometern entlang der Westgrenze vor Angriffen der Westalliierten schützen sollte. Dieses Verteidigungssystem, welches für Hitler seinerzeit sowohl militärisch als auch propagandistisch einen hohen Wert hatte, bestand aus 17.200 Bunkern, Stollen und zahllosen Panzersperren. Die Planungen erfolgen im Jahr 1936. Errichtet wurde der Westwall zwischen 1938 und 1940.

Frankreich: Maginot-Linie

22 Bildergalerien bzw. Ouvrages
Karten | Wissenswertes über die Maginot-Linie

Bereits kurz nach Ende des Ersten Weltkriegs begannen in Frankreich Regierung mit Überlegungen, die Landesgrenzen erneut gegen den "Erzfeind Deutschland" zu schützen. Stark geschwächt durch die hohen Verluste an Menschen und Material in den Jahren zuvor wollten sie es nicht nochmals auf einen Stellungskrieg einlassen. Also überlegte sich André Maginot - französischer Kriegsminister dieser Zeit - das Konzept einer neuen Verteidigungslinie. Sie wurde später nach ihm benannt - die Maginot-Linie.

Interessante Orte - Zweiter Weltkrieg:

Lost Places - passend zum Thema:


Seit Jahren besuche ich mit großer Begeisterung auch Lost Places in Deutschland, Frankreich und Belgien. Natürlich erkundete ich auch Orte, die hier zum Thema passen: nämlich alte Kasernen der Wehrmacht in Ostdeutschland, die nach Ende des Zweiten Weltkriegs von der russischen Armee genutzt wurden und heute schlummern.

Heeresbekleidungsamt Bernau

Das ehemalige Heeresbekleidungsamt Bernau nördlich von Berlin diente einst der Wehrmacht als Materiallager und Wäscherei. Später übernahmen die Russen den Standort und wirtschafteten ihn herunter. Heute ist diese Immobilie ein sogenannter Lost Place.

Garnison Wünsdorf

Das Haus der Offiziere der Garnison Wünsdorf bei Berlin ist sicher ein Highlight unter den hier gezeigten Locations bzw. Lost Places. Sie schlummert schon seit Jahren und kann bei Interesse besucht werden. Ich kann das jedem Interessierten nur empfehlen.

Kaserne Forst Zinna

Die Kaserne Forst Zinna ist eine alte Kaserne der Wehrmacht, die nach dem Zweiten Weltkrieg von der russischen Armee genutzt wurde. Einst waren hier jedoch auch Truppenteile stationiert, die im Frankreichfeldzug eingesetzt wurden.

Heilstätten Beelitz

Die Heilstätten Beelitz, die zwischen 1898 und 1930 von der Landesversicherungsanstalt Berlin errichtet und betrieben wurden, war lange Zeit der größte Krankenhauskomplex im Umland von Berlin. Das heute denkmalgeschützte Ensemble umfasste insgesamt mehr als 60 Gebäude und vereint eine Gesamtfläche von 200 Hektar. Während des Ersten und Zweiten Weltkriegs dienten die Heilstätten Beelitz als Kriegslazarett.

Heilstätte der Johanniter

Der Bau der Johanniter-Heilstätte begann 1899. Als Bauplatz wurde der Südhang eines Gipfelplateaus inmitten eines dichten Fichtenwaldes im Harz gewählt. Während beider Weltkriege widerfuhr der Johanniter-Heilstätte das gleiche Schicksal wie die Heilstätten Beelitz oder dem TBC-Sanatorium Grabowsee. Sie wurde vom Militär genutzt, um dort einen Teil des Heer der Verwundeten und Verstümmelten der Schlachtfelder des Krieges zu behandeln.

Heilstätte Garbowsee

Der Lungenheilstätte Grabowsee widerfuhr während des Ersten Weltkriegs das gleiche Schicksal wie den Heilstätten Beelitz. Beide Sanatorien befinden sich im Umland von Berlin und wurden während des beginnenden 20. Jahrhunderts eigentlich als Sanatorium zur Behandlung von Tuberkulosekranken angelegt. Beide Heilstätten konfiszierte das Militär während der großen Kriege gegen den Rest der Welt, um hier verwundete Frontsoldaten wieder aufzupeppeln.

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