Vallo Alpino del Littorio - Festungen und Bunker des Alpenwalls

Der Alpenwall (auch Vallo Alpino del Littorio genannt) war ein in den späten 1920er-Jahren von Italien erbautes Befestigungssystem entlang seiner Nordgrenze zu Frankreich, der Schweiz, Österreich und Jugoslawien. Er entstand unter dem Diktator Benito Mussolini. Das Konzept des Alpenwalls ähnelte in gewisser Weise anderer Befestigungslinien dieser Zeit – also der Maginot-Linie in Frankreich, dem Westwall des Deutschen Reichs oder der Nationalen Redoute der Schweiz. Heute befinden sich große Teile des damaligen Alpenwalls allerdings nicht mehr auf italienischem Staatsgebiet, sondern in Frankreich, Slowenien und Kroatien.

Wegen der besonderen geografischen Gegebenheiten in den Alpen musste allerdings keine durchgängige Bunkerlinie errichtet werden, sondern man konnte sich auf ausgewählte, taktisch günstige Positionen, Passe und ihre Zufahrtswege konzentrieren. Teilweise sicherte man auch die Kammregionen in der Nähe der Pässe. Hier entstanden eine Kombination unterschiedlichster Hindernisse, Betonbunker und Felsstellungen. Zur Verteidigung des Alpenwalls wurde die Guardia alle Frontiera (GaF) abkommandiert, eine italienische Spezialeinheit zur Sicherung der Grenzen Italiens, der 1940 bis zu 21.000 Soldaten angehörten, deren Bewaffnung aus Maschinengewehren, Mörsern und Kanonen unterschiedlichster (aber meist kleineren bis mittleren) Kalibers bestand.

Die Arbeiten am Alpenwall begannen 1931 und endeten offiziell erst 1942, wobei es noch im Jahr 1945 Arbeiten an dem Verteidigungswall gab. Man unterteilte die zu sichernde Grenze in drei Zonen mit unterschiedlichen Funktionen und entsprechenden Anlagen.

Diese drei Zonen zusammen ergaben teilweise (und abhängig von den Gegebenheiten des Geländes im Gebirge) eine eindrucksvolle Tiefenstaffelung. Sie konnte in einzelnen Fällen etliche Kilometer betragen. Ebenfalls in Abhängigkeit von der taktischen Bedeutung einer Region errichtete man „nur“ kleine Betonbunker, die mit Maschinengewehren ausgestattet waren bis hin zu wuchtigen Artilleriestellungen – teilweise ins Felsstellungen integriert – von denen aus man nicht nur einzelne Pässe, sondern auch ganze Täler ins Visier nehmen konnte. Kammregionen und Täler wurden auch von Panzersperren oder Panzergräben durchzogen, um das Fortkommenden aufmarschierender Truppen zu verhindern.

Jeder Abschnitt des Alpenwalls untergliedert sich in drei Zonen:

  • In der sogenannten Sicherheitszone (Zona di sicurezza) erwartete man den ersten Kontakt mit anrückenden Truppen und entsprechende Kampfhandlungen. Hier galt es, die vorrückenden Truppen mit passiven Hindernissen zur Panzerabwehr oder gegen die Infanterie gerichtet aufzuhalten. Anlagen in diesem Bereich sind meist nur bis zu einer Tiefe von 300 Metern begrenzt. Gelegentlich wurden in der Sicherheitszone auch Feldbefestigungen und Schutzräume für die eigenen Soldaten errichtet. Wichtige Aufgabe der Mannschaften in der Sicherheitszone war, die Festungen der Widerstandszone zu warnen.

  • Ferner definierte man sogenannte Widerstandszonen (Posizione di resistenza), in denen man gut ausgebaute Befestigungen vorsah. Dieser Bereich ist auf die aktive Verteidigung gegen vorrückende Truppen ausgelegt und unterteilt sich in zwei Abschnitte. Die Front hatte eine Tiefe von bis zu 400 Metern und sollte den Feind aufhalten. Hier positionierte man Panzerabwehr- und Infanteriesperren, ergänzt durch Maschinengewehrstellungen. Danach folgte eine zweite, bis zu 600 Meter tiefe Zone, in der man Panzerabwehrkanonen und weitere Maschinengewehre platzierte. Dort befanden sich auch weitere Schutzräume, die genutzt werden konnten, wenn die Front einbrach. Die Hauptbewaffnung in der Widerstandszone war auf direktes Feuer ausgerichtet. Hier befanden sich auch gepanzerte Beobachter, von denen man die Feindbewegung und das eigene Feuer koordinieren konnte.

  • Last but not least gab es die Bereitstellungszone (Zona di schieramento), in denen man Truppen sammeln konnte, um sie an die Front zu schicken. Hier waren auch logistische Einheiten stationiert, die die vorderen Verteidigungspositionen mit Munition und Material versorgten. Es gab Munitionsdepots, gepanzerte Artilleriebeobachter.

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