Panzertürme:

Festungsartillerie gegen Ende des 19. Jahrhunderts
und Beginn des 20. Jahrhunderts


Die modernen Panzertürme sind für mich
beeindrucke Einbauten der
Festungen, die gegen Ende des
19. und Anfang des 20. Jahrhunderts
errichtet wurden.

Anbei ein paar Impressionen
der Panzertürme, die ich
mit bisher ansah.


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(Kurz-) Geschichte des Festungsbaus
Begriffe des Festungsbaus



Bis in die Mitte des 20. Jahrhunderts hinein, eigentlich bis zu Beginn des Ersten Weltkriegs, galten Festungen als probates Mittel, um wichtige Verkehrsknotenpunkte oder andere strategisch wichtige Orte militärisch zu sichern. Ziel war es, mittels einer Festung diese Stelle für gegnerische Truppen unpassierbar zu machen. Und da die Artillerie eine Distanzwaffe ist, spielte sie von Anfang an eine wichtige Rolle. Die Aufgaben der Festungsartillerie waren dabei fest umrissen:

(1) Beherrschung von militärisch wichtigen Verkehrswege oder Landmarken.
(2) Bekämpfung gegnerischer Attacken mit eigenen Belagerungsgeschützen.
(3) Nahverteidigung der Gräben und Abwehr feindlicher Sturmtruppen.

Als Festungsgeschütze wurden Waffen aller Kaliber eingesetzt. In früheren Jahrhunderten waren es Wallbüchsen bis hin zu 32-Pfündern mit Vollkugeln. Wallbüchsen sind historische Handfeuerwaffen, die als Vorderlader gebaut wurden. Man verwendete sie im Festungskriegen, und sie hatten ein großes Kaliber mit entsprechender Durchschlagskraft.

Später kamen Schnellfeuerkanonen und schwere Artilleriegeschütze zum Einsatz. Bis in das späte 19. Jahrhundert hinein wurden sie im Regelfall unter freiem Himmel in sogenannten Geschützstellungen positioniert. Diese waren lediglich von Erdwällen umgeben, um im Fall eines Treffers das benachbarte Geschütz und die dort befindlichen Soldaten zu schützen. Obendrein verwendete man Vorderlagen sowie Vollkugeln - beides zusammen hatte eine überschaubare Reichweite und die Treffgenauigkeit war verbesserungswürdig.

Festung

Entwicklung der (Festungs-) Artillerie gegen Ende des 19. Jahrhunderts

Gegen Ende des 19. Jahrhunderts kam es dann zu einer deutlichen Verbesserung der Waffentechnik. Innerhalb kurzer Zeit veränderten verschiedene Entwicklungen die Artillerie grundlegend und hatte damit weitreichende Folgen für den Festungsbau und die Festungsartillerie. Auf einen Schlag galten bisherige Festungen veraltet, weil sie einem Angriff nicht mehr standgehalten hätten. Die Festungsbaumeister mussten all ihre bisherigen Konzepte überdenken [siehe auch: Geschichte des Festungsbaus im 19. Jahrhundert].

(1) Martin von Wahrendorff entwickelt den Hinterlader.

Der erste Entwicklungsschub begann 1840: Der schwedische Industrielle Martin von Wahrendorff entwickelte ein Hinterladersystem mit (noch) glattem Lauf und es gelang ihm, dies zu Serienreife zu bringen. Sechs Jahre später gelang ihm auch die Produktion von Hinterladern mit gezogenem Lauf. Heißt: Die Geschosse wurden während des Abschusses durch feine Rillen im Geschützrohr in Drehung versetzt. Man konnte nun sog. Langeschosse verwendet werden; sie ersetzten die einfachen Kugelgeschosse aus Metall. Alles zusammen – also Geschütze mit Hinterladersystem (statt Vorderlader), der gezogene Lauf (statt glattem Lauf) und der Einsatz von Langgeschossen (statt Kanonenkugeln) revolutionierten die Artillerietechnik. Sie gab der Waffengattung eine höhere Wirkung – was nichts anderes bedeutet, als dass man noch effektiver töten konnte (um es auf den Punkt zu bringen).


(2) Entwicklung neuer Geschosse - die Brisanzgranaten.

Einige Jahren nach der Warendorff'schen Erfindungen gab es einen weiteren Sprung der Waffentechnik. Man war in der Lage, die Langgeschosse nicht mehr mit dem üblichen Schwarzpulver zu füllen, sondern mit explosiverem Material [siehe: Brisanzgranatenkrise]. Die Wirkung dieser Exklosivgranaten konnte fatal sein. Innerhalb kurzer Zeit war nun das Militär in der Lage, ganze Festungen (herkömmlicher und somit veralteter) Bauweise zusammenzuschließen. Die frei platzierte Festungsartillerie – und darum geht es ja eigentlich in diesem Abschnitt – war vor einem Beschuss nicht mehr sicher. Bei einem Volltreffer, der wegen der höheren Treffgenauigkeit nun auch wahrscheinlicher wurde, wäre von dem getroffenen Geschütz und den Nachbargeschützen nicht mehr viel übrig geblieben. Ganz abgesehen von den Soldaten, die diese bedienten.


Festung

Verkaufsprospekt der Rüstungsfirma Krupp von 1896

Die nachfolgenden Links führt dich zu dem historischen Verkaufskatalog der Friedrich Krupp AG aus dem Jahr 1896.

Externer Link | PDF-Download:
Teil (1) | Teil (2) | Quelle:
BvD


Neue Waffen und neue Produzenten - ein Beispiel.

Es gab in Europa schon immer einer Vielzahl an Unternehmen, die sich der Waffenproduktion verschrieben hatten und damit gutes Geld verdienten. Das deutsche Unternehmen Krupp war eines von Ihnen. Es wurde bereits Anfang des 19. Jahrhunderts von Friedrich Krupp gegründet und befasste sich von Anfang an mit der Herstellung von Gussstahl - später mit der Herstellung von Artilleriegeschützen aller Art. Im Verlauf des 19. Jahrhunderts und erst recht im 20. Jahrhundert entwickelte sich Krupp zu einer der führenden Waffenproduzenten.

Natürlich erkannte das Unternehmen die enormen Chancen, die sich durch die zuvor beschriebenen Entwicklungen boten. Schnell produzierte man ein reichhaltiges Arsenal an Artilleriegeschützen aller Art - von kleinen Mörsern bis hin zu schweren Schiffsgeschützen. Der beiliegende Verkaufsprospekt wurde Ende des 19. Jahrhunderts aufgelegt und gibt nicht nur einen guten Überblick über die Geschütze, die Krupp feil bot, sondern auch über den damaligen Stand der Waffentechnik, mit denen sich wiederum die Festungsbaumeister befassen mussten.

Ich sagte schon: Mit dieser sprunghaften Entwicklung der Artillerie galten bisherige Festungen als veraltet, weil sie einem Angriff mit solchen Waffen nicht lange hätten standhalten können.


Festung

Panzertürme als Antwort auf die neue Waffentechnik

Warum waren die zuvor beschriebenen Erfindungen für den Festungsbau so bedeutend?

Das ist schnell erklärt: Bisherige Festungen wurden meist aus Stein gemauert, ragten relativ hoch auf und Ihre Geschütze standen unter freiem Himmel. Die neuen Geschütze wiederum hatten eine deutlich verbesserte Treffgenauigkeit, eine höhere Feuerrate und ihre Reichweite war größer. Die Verwendung von Langgeschossen, die mit Explosivmaterial gefüllt waren führte zu einer höheren Durchschlagskraft. Eine aus stein gemauerte Festung konnte leicht zerstört werden, hoch aufragend wie sie nun mal waren stellten sie leichte Ziele dar und Geschütze, die ungeschützt in ihren Stellungen standen, konnten schnell und effektiv außer Gefecht gesetzt werden.

Weitere Informationen:
Beschießung der Festungen in Belgien während des Ersten Weltkriegs.
Geschichte des Festungsbaus - ein kurzer Überblick.



Die Festungsartillerie "geht unter Stahl"

Es war also zwingend, dass die Ingenieure nach einem Schutz der Festungsartillerie suchten (ebenso wie die Architekten sich eine andere Bauweise ihre Festungen entwickeln musste). Die Idee war, die eigene Artillerie durch glockenähnliche Stände aus Hartguss oder Gussstahl zu schützen. Hier profitierten die Schiffsbauingenieure und die Festungsbauer gegenseitig voneinander. Denn beide hatten ähnliche Probleme. Es verwundert also wenig, dass erste Versuche von Schiffswerten mit angeschlossener Eisengießerei präsentiert wurden. Ein prominentes Beispiel: Die legendären Grusonwerke, die später Teil der Friedrich Krupp AG wurden. Man begann erste Versuchsanlagen zu installieren, indem man geschlossene Türme errichtete, die mit einer massiven Kuppel aus Hartguss (und später Stahl) versehen waren und einen Drehmechanismus hatten. Darin wurden die Geschütze eingebaut. Der Hartguss-Panzerturm der Grussonwerke war einer der ersten dieser Art. Eine Panzerkuppel dieser Art konnte durchaus bis zu 400 Tonnen wiegen. Der von der Oberfläche sichtbare Teil war dabei nur ein Bruchteil der gesamten Konstruktion. Viele Panzertürme waren obendrein dreh- und zum weiteren Schutz der Festungsartillerie auch versenkbar.


Was genau ist nun ein Panzerturm?

Auszug aus Meyers Konversationslexikon von 1915:

"Panzerturm - gepanzerter Geschützstand für ein oder zwei Geschütze ...Der oben geschlossene Panzerturm dreht sich mit dem Geschütz, um diesem das Feuern nach allen Richtungen zu gestatten, entweder um eine wirkliche senkrechte Achse, wie die Panzerlaffete, oder um eine ideelle Achse auf einer Rollbahn mit Laufrollen oder Laufkugeln, die unter der senkrechten Wand am Panzerturms befestigt sind, Panzerdrehturm. ...

Der Oberbau des Turmes erhielt durch Gruson bei seinen Hartgusstürmen die Kuppelform, die heute auch bei Panzerlaffeten und Panzertürmen der Küsten- und Binnenlandsbefestigungen gebräuchlich ist. Die gewölbte, in Hartguss hergestellte Panzerdecke der Panzertürme legt sich auf einen Vorpanzerring auf ....

Die Scharten, die sich in der gewölbten Decke befinden, bilden die unvermeidliche Schwäche des Turmes, der an dieser Stelle durch das feindliche Feuer am leichtesten verletzbar, sonst aber infolge der sphärischen Kuppelform (ein deutsches Konstruktionsprinzip, das seinerzeit in Konkurrenz mit andern, speziell französischen, weite Verbreitung fand) äußerst widerstandsfähig ist."

Quelle: Meyers Großes Konversations-Lexikon, Band 15. Leipzig 1908, S. 378.
Lizenz: Gemeinfrei


Quelle: Das Gerät der Artillerie vor, in und nach dem Weltkrieg, Alfred Muther / Hermann Schirmer, Verlag Bernard & Graife, Berlin SW 68, 1937

10-cm-Panzerturm (verstärkt, einschließlich Vorpanzer)

Gewicht ohne Rohr: 78.500 bis 93.000 kg
Rohr der 10-cm-Kanone: 1.520 kg
Rohr der 10-cm-Kanone (verstärkt): 2.060 kg

Quelle: Das Gerät der Artillerie vor, in und nach dem Weltkrieg, Alfred Muther / Hermann Schirmer, Verlag Bernard & Graife, Berlin SW 68, 1937

Panzerturm




Festungsartillerie im 19. und beginnenden 20. Jahrhundert:
Französische Panzertürme

Panzerturm

Französische Festungen: Panzertürme

In Frankreich gab es ebenfalls mehrere Unternehmen, sie sich im letzten Drittel des 19. Jahrhunderts intensiv damit befassten. Hier gab es mehrere namhafte Hersteller, die gegenüber dem französischen Militär um die Gunst für ihre Produkte warben. Man sieht es, wenn man sich heute die unterschiedlichen Panzertürme ansieht und die Formen miteinander vergleicht. In Deutschland war das übrigens anders ... aber im nächsten Abschnitt mehr.

In dem Zusammenhang darf nicht vergessen werden, dass Frankreich nach dem für die Franzosen verloren gegangenen Deutsch-französischen Krieg 1870/71 in aller Hast eine neue Festungslinie zum Schutz gegen Deutschland errichten ließ - die Barrière de Fer. Dieses militärische Mamutprojekt umfasst 190 Festungen, 60 Zwischenwerke und weitere 280 Batterien. Sie mussten allesamt angemessen bewaffnet werden. Anders als in Deutschland dominierte die Fertigung von Panzertürme jedoch nicht ein Unternehmen, sondern es gab mehrere Anbieter, von denen ich einige Panzertürme beispielhaft vorstellen möchte.


La tourelle Mougin modèle 1876

La tourelle Mougin modèle 1876


Der Tourelle Mougin mdèle 1876 war ein französischer Geschützturm, der mit zwei Rohren der Kanone des Typs Canon de 155 mm L modèle 1877 ausgestattet war. Er wurde in der Barriere de Fer häufiger verbaut. Dieses Modell war nur dreh- aber nicht versenkbar. Das war auch eine seiner Schwächen, denn er war für angreifende Truppen weithin sichtbar und bot der feindlichen Artillerie daher ein angenehmes Ziel. Immerhin hatte der Turm einen Innendurchmesser von sechs Metern und seine Höhe betrug eineinhalb Meter. Die Geschütze selbst konnten 40 kg schwere Granaten verschießen und hatten eine Reichweite von 7,5 Kilometern. Die Turmwände bestanden aus vier 60 cm dicken Schalen aus Gusseisen, die nicht vollständig schossen. Die Deckenöffnung wurde daher mit einer 20 cm dicken Platte aus Gusseisen überdeckt.

Standort dieses Mougin-Turms:
Fort de Villey-le-Sec.

La tourelle Galopin de 155R modèle 1907


Seit 1903 wurde in den französischen Festungen häufig der Galopin-Turm verbaut. Er ist mit einer neuen, verkürzten 155-mm-Schnellfeuerkanone ausgestattet. Sie hat eine Reichweite von 7200 Metern. Dieser Panzerturm ist dreh- und auch versenkbar, was ihn bei feindlichem Beschuss zusätzlich schützte. Außerdem hat er eine ausgesprochen geringe Manövrierzeit. Es bedarf nicht einmal fünf Sekunden, um ihn auszufahren, zu feuern und wieder in seine Ausgangsstellung einzufahren.

Alles in allem wurden dreizehn Exemplare hergestellt, wobei man nur zwölf verbaute. Eigentlich war geplant, weitere Galopin-Türme zu bauen, doch der Ausbruch des Ersten Weltkriegs beendete diese Pläne. Heute findet man funktionstüchtige Türme noch in der Festung Uxegney (bei Épinal) und bei Verdun in den Forts Douaumont, Rozilier und Moulainville.

Standort dieses Galopin-Turms:
Fort Douaumont.

Und bei Youtube gibt es einen Filme dazu.

Les observatoires cuirasses


Die gepanzerten Observatoren waren seinerzeit die Augen der Festung bzw. der Festungsartillerie. Von hier aus wurden Ziele identifiziert und ihre Position lokalisiert. Um die darin befindlichen Soldaten vor feindlichem Beschuss zu schützen, hatte diese 7,5 Tonnen schwere Stahlglocke eine Wandstärke von 25 Zentimetern. Diesen Observator gab es in zwei Ausführungen: Einmal mit einem Durchmesser von 80 Zentimetern und mit einem von einem Meter. Die Soldaten kletterten von unten in die Glocke und verharrten dort auf einem Holzsitz. Die Observatoren dieser Bauart verfügten über drei Sehschlitze mit einem maximalen Sichtwinkel von 240 Grad. Bis 1914 wurden insgesamt 200 Observatoren dieser Art erstellt.

Standort dieses Observators:
Fort Douaumont.

Panzerturm

La tourelle de 75 R 05


Der Panzerturm 75 R 05 wurde Anfang des 20. Jahrhunderts entwickelt und dient zur Verteidigung des näheren Umfelds einer Festung. Er ist mit zwei Kanonen bewaffnet, die beide eine Reichweite von knapp fünf Kilometern haben und 11 Schuss pro Minute abgeben. er 47 R 50 ist dreh- und versenkbar. Alles in allem wurden 75 Exemplare dieses Panzerturms gebaut. Viele von Ihnen wurden vor dem Ersten Weltkrieg in die Festungen der Barrière de Fer eingebaut - einige findet man heute jedoch auch in den Bunkern der Maginot Linie. Dieser Panzerturm war gegenüber den Bombardements im Erste Weltkrieg besonders widerstandsfähig. Daher wurde seine Konstruktion beim Bau der Maginot-Linie übernommen.

Standort dieses Panzerturms:
Fort Douaumont.

Bei Youtube gibt es einen Film über die Funktionsweise des Turms - er wurde im Fort Villey-le-Sec aufgenommen, wo auch ein Exemplar zu finden ist.

La tourelle Bussière


Der Bussière-Turm war ein Maschinengewehrturm, der bei der Nahverteidigung einer Festung gegen feindliche Infanterie eingesetzt wurde. Er wurde Ende des 19. Jahrhunderts entwickelt und fortan in viele Festungen der Barrière de Fer verbaut. Der Turm wiegt in Summe 25 Tonnen und ist - wie alle modernen Panzertürme, die seit Ende dieses Jahrhunderts von den Franzosen entwickelt wurden - dreh- und versenkbar. Im Regelfall stattete man ihn mit einem 8-mm-Hotchkiss-Maschinengewehr aus und im Turm selbst konnte ein Vorrat von 60.000 Schuss gelagert werden. Knapp 90 Exemplare des Bussière-Turms wurden vor dem Ersten Weltkrieg installiert.

Standort dieses Bussière-Turms:
Ouvrage de Froideterre.

La tourelle Galopin de 155L modèle 1890

La tourelle Galopin de 155L modèle 1890


Der Galopin-Turm 155L wurde 1889 von Alfred Galopin entwickelt. Er hat einen Durchmesser von 5,5 Metern und seine Panzerung beläuft sich auf 40 Zentimeter. Sein Gewicht beläuft sich auf 200 Tonnen. Der Galopin 155L ist dreh- und versenkbar. Es bedarf nur 4,5 Sekunden, um ihn mit geladener Kanone auszufahren, mindestens eines der beiden Geschütze abzufeuern und ihn wieder in seine Ausgangsposition zurückzuführen. Die Reichweite der Kanonen beträgt 7.500 Meter; sie haben eine Feuerrate von zwei Schuss pro Minute. Im Gegensatz zum bereits vorgestellten Mougin-Turm aus Gusseisen, den der Galopin 155L letztlich ersetzen sollte, ist dieser Panzerturm viermal so teuer wie sein Vorgänger. Gegen Ende des 19. Jahrhunderts wurden insgesamt fünf dieser Panzertürme gebaut.

Standort dieses Galopin-155L:
Fort de l'Eperon

Panzerturm




Festungsartillerie im 19. und beginnenden 20. Jahrhundert:
Deutsche Panzertürme

Panzerturm

Deutsche Festungen bei Metz und Thionville: Panzertürme

Gegen Ende des 19. Jahrhunderts gab es in Deutschland eigentlich nur zwei Unternehmen, die sich mit der Herstellung schwerer Rüstungsgüter - also auch der Produktion schwerer Geschütze, Panzerlafetten und Panzertürme - mit Erfolg befassten. Eines dieser Unternehmen waren die Gruson-Werke bei Magdeburg-Buckau. Bekanntestes Produkt des Unternehmens war der Gruson-Fahrpanzer. Später verschmolzen die Gruson-Werke mit der Friedrich Krupp AG - dem zweiten Hersteller schwerer Rüstungsgüter. Während Gruson Marktführer bei Panzertürmen war, stand die Firma Krupp für exzellente Kanonen aus deutscher Produktion und war Marktführer in diesem Segment. Beide Unternehmen verschmolzen 1893 miteinander zur Krupp AG, die vielen heute noch geläufig ist, weil sie u.a. im Zweiten Weltkrieg eine bedeutende Rolle als Waffenschmiede spielte.

Die nachfolgend gezeigten Panzertürme, mit denen Ende des 19. Jahrhunderts die deutschen Festungen rund um Metz und Thionville ausgestattet wurden, gehen allesamt auf Entwürfe von Maximilian Schumann zurück. Er war preußischer Ingenieuroffizier und vereinigte sich nach seinem Ausscheiden aus der Armee mit Hermann Gruson - Eigentümer der bereits genannten Gruson-Werke. Da die deutschen Panzertürme - anders als die der Franzosen - nicht versenkbar waren, waren sie ständig einem feindlichen Beschuss ausgesetzt. Besondere Ingenieurleistung von Schumann war, hier eine Formgebung zu entwickeln, die den Schaden bei einem Aufschlag minimierte. Insofern verwundert nicht, dass alle Panzertürme, die bei Metz bzw. Thionville verbaut wurden und egal ob sie eine Kanone oder Haubitze trugen, eine vergleichbare Form haben.


Festung Metz - Feste Prinz Friedrich Karl (frz. Groupe fortifié St. Quentin) - Panzerbatterie


Dieser imposante Panzerturm ist einer von zwei gepanzerten Geschützen der Feste Friedrich Karl.
Es handelt sich um einen Stahlkoloss der Firma Krupp - Modell Gruson. Er trug seinerzeit einen 21-cm-Mörser.

Ganz in der Nähe befindet sich auch der Beobachter, der hier auch gezeigt wird.

Standort des Panzerturms:
Feste Friedrich-Karl bei Metz.

Feste Haeseler - Werk Sommy - Festung Metz


Standort des Panzerturms:
Feste Haeseler bei Metz.

Festung Metz - Feste Prinz Friedrich Karl (frz. Groupe fortifié St. Quentin) - Panzerbatterie


Dieser Beobachter in in der Feste Friedrich Karl zu finden. Es handelt sich um ein drehbare Modell, welches nur in geringer Stückzahl produziert wurde. Er war das Auge der Panzerbatterie mit zwei Panzertürmen der Firma Krupp.

Standort des Observators:
Feste Friedrich-Karl bei Metz.

Festung


Standort des Observators:
Feste Obergentringen bei Thionville.

Festung Metz - deutsche Festungen rund um Metz - 19. - 20. Jahrhundert - www.festungen.info


Bei diesem Panzerturm - hergestellt von der Friedrich Krupp AG aus Essen - handelt es sich um ein 10-cm-Geschütz. Leider ist das der gesamte Turm samt Kanone heute nicht mehr vorhanden. Die französische Regierung genehmigte einem Festungsverein den Ausbau, so dass er an anderer Stelle heute bewundert werden kann.

Standort des Panzerturms:
Feste Kaiserin bei Metz.

Dort wurde er vor einigen Jahren ausgebaut und befindet sich jetzt in der Feste Wagner.

Festung Metz - deutsche Festungen rund um Straßburg - 19. - 20. Jahrhundert - www.festungen.info


Diese beiden wuchten Panzertürme der Firma Krupp trugen einst jeweils eine 15-cm-Haubitze.

Standort des Panzerturms:
Feste Kaiserin bei Metz.

Panzerturm

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