Schützengräben
im Ersten Weltkrieg
1914 - 1918

Ich denke einen langen Schlaf zu tun,
denn dieser letzten Tage Qual war groß.

Friedrich von Schiller
1759-1805

Schützengräben im Ersten Weltkrieg

1914 … der Erste Weltkrieg war erst wenige Wochen alt und schon wandelte er sich grundlegend zu dem, was wir heute von ihm wissen: erstarrte Fronten, eine Materialschlacht, ausharrende Soldaten in verschlammten Schützengräben, die zu ihrem Grab wurden, Maschinengewehr, die alles niedermachten, was sich ihnen näherte und Artilleriefeuer – unaufhörliches Artilleriefeuer. Millionen toter und verwundeter Soldaten auf beiden Seiten. Schrecken ohne Ende – Tag für Tag.


Schützengräben sind allerdings keine Erfindung des Ersten Weltkriegs.

Es gibt sie schon fast so lange wie es Armeen gibt. Ursprünglich waren sie Teil der Belagerungskriegsführung, die es dem Angreifer ermöglichte, sich trotz der Pfeile, Schleuderschüsse und Katapultlasten, die von den Belagerten auf ihn gerichtet wurden, näher an den Verteidigungswall des Gegners heranzuarbeiten. Mit dem Aufkommen der Feuerwaffen setzte man mehr und mehr auf Schützengräben. In ihnen konnten die Soldaten stehen und ihre Waffen in Deckung laden. Zu den ersten Grabenkämpfen "im großen Stil" kam es erstmals 1854 im Krimkrieg. Danach wurde unter anderem im Amerikanischen Bürgerkrieg (1861-1865) und im Russisch-Japanischen Krieg (1904-1905) auf die Kämpfe aus dem Schützengraben heraus gesetzt. Denn: In einem Graben konnte der Soldat stehen und seine Waffe in Deckung laden. Sie waren (einigermaßen) geschützt und dennoch effektiv - so die Logik der Militärs. Diese Art der Kriegsführung erreichte einen blutigen Höhepunkt in den Grabenkämpfen des Ersten Weltkriegs. Allein in den Kämpfen vor Verdun wurden von Februar bis Dezember 1916 über 700.000 Soldaten getötet oder verletzt, doch stellte sich der Frontverlauf am Ende der Schlacht nahezu unverändert dar. Noch im Zweiten Weltkrieg war die Masse der Soldaten nicht motorisiert. Dennoch wurden Gefechte aus Feldstellungen (und kaum aus Schützengräben) heraus geführt, weil beide Seiten durch den Einsatz von Panzern und deren schnellen Vorstößen auf den Bewegungskrieg setzten. Deutschland hatte es seinerzeit mit seiner Blitzkriegtaktik zur "Perfektion" gebracht.

Zeichnung eines "idealtypischen Schützengrabens"

Schematische Zeichnung eines Schützengrabens. Quelle: Die italienische Armee, fünfte veränderte Auflage, Verlag von L.W. Seidel & Sohn, Wien, 1915;
Weitere historische Dokumente: k.u.k. Armeeoberkommando - Ausführung und Verteidigung von Feldbefestigungen - August 1916 (externes Dokument)


1914 - der Stellungskrieg beginnt und damit das Leben der Soldaten im Schützengraben

Anfangs war der Erste Weltkrieg noch ein sogenannter Bewegungskrieg. Die deutschen Truppen drangen ins das neutrale Belgien ein, überrannten in wenigen Wochen die sich verbissen verteidigenden Belgier – alles der Idee des Schlieffen-Plans folgend. Dann kam das deutsche Debakel der Marne-Schlacht im Herbst 1914. Die Franzosen stoppten den Vormarsch der kaiserlichen Truppen. Damit scheiterte auch ihr Versuch eines schnellen Vorstoßes auf Paris. Die Fronten erstarrten, sodass sich die gewaltigen Heere bereits gegen Ende des ersten Kriegsjahres ineinander verkeilt an einer 700 Kilometer langen Front im Westen gegenüberstanden. Der Stellungskrieg begann und offenbarte die Ratlosigkeit aller Generäle, eine Lösung für diese verfahrene Situation zu finden.

Erster Weltkrieg - Westfront - deutscher Soldat im Schützengraben - seine Füße sind versunken im Schlamm | Quelle: Historische Postkarte

Quelle: Historische Postkarte von den
Schlachtfeldern des Ersten Weltkriegs

Stellungskrieg bedeutete ein auf beiden Seiten gigantisches Grabensystem, welches immer und immer wieder erweitert, erneuert und zusätzlich verstärkt wurde. Meist gab es in drei Reihen gestaffelte Schützengräben mit Unterständen für die Soldaten und Offiziere. Über lange Gräben waren die an der vordersten Front (also im vordersten Schützengraben) eingesetzten Truppen mit den Nachschubstellen und Feldlazaretten verbunden. Beispiel Verdun: Nach Beginn der Kampfhandlungen entstanden auf beiden Seiten schnell ein tief und dicht gegliedertes Stellungssystem – durch Stacheldraht gesicherte Schützengräben, einer Hauptkampflinie (HKL … also die vorderste Stellung), unzählige Deckungs-, Unterstützungs-, Stich- und Verbindungsgräben. Die Gegebenheiten des Frontverlaufs bestimmten die Möglichkeiten des Labyrinths.

Schützengräben bieten wenig Schutz und waren doch der sicherste Ort an der Front

Die Schützengräben insbesondere an vorderster Front waren so tief, dass sie einem einzelnen Soldaten ein wenig Schutz boten. Sie waren ferner so schmal, dass feindliches Artilleriefeuer, Granatsplitter und Schrapnellen möglichst wenig Schaden anrichten konnten. Die Brustwehr der Gräben war hoch und mit Sandsäcken ausgebaut. Der Boden mit Holzbohlen und Lattenrosten ausgelegt. Meist stand Wasser in den Gräben. Fehlten die Holzbohlen, standen die Soldaten direkt im Matsch.

Der Blick ins Niemandsland zwischen den Stellungen

Quelle: Historische Postkarte von den Schlachtfeldern des Ersten Weltkriegs

Quelle: Historische Postkarte von den
Schlachtfeldern des Ersten Weltkriegs


Schnell erkennten die Militärs die enorme Effektivität des Maschinengewehrs. Es wurde zum Symbol des mörderischen Stellungskrieges. Durch den Einsatz schwerer
Maschinengewehre und tiefer Stacheldrahtverhaue sollten gegnerische Angriffe verhindert werden. Im Gegenzug wollte man mit stundenlangem Trommelfeuer der eigenen Artillerie den Gegner zermürben und die feindlichen Stellungen sturmreich schießen. Das gelang im Regelfall nicht. Gegnerische Soldaten überlebten das Inferno, um dann mit Maschinengewehren, die über das offene Feld anstürmenden Soldaten niederzumachen. Verzweifelt, keinen Geländegewinn erschießen zu können, folgte Angriffswelle auf Angriffswelle – dann kamen die Gegenangriffe … eingeleitet von stundenlangem Trommelfeuer, gefolgt vom eigenen Sprung aus dem schützenden Graben und abermals niedergemacht vom Maschinengewehrfeuer des Gegners. Dies war das Hin und Her des Schreckens im Ersten Weltkrieg.

Quelle: Verdun - Les Combats des Fort de Souville et Douaumont, Frankreich

Quelle: Verdun - Les Combats des Fort de
Souville et Douaumont, Frankreich

Die grausame Ideenlosigkeit der Generäle und ihr stetiger Ruf nach neuen, noch mörderischeren Waffen

Die Lage für die Soldaten an vorderster Front war verzweifelt. Und die Ideenlosigkeit der Generalität, um diese verfahrende Situation zu beenden und zum Bewegungskrieg zurückzukehren, war erschütternd. Also wurden Forscher und Wissenschaftler, Ingenieure und Fabrikanten aufgefordert, neue Konzepte zu entwickeln. Heraus kamen weit schrecklichere Waffen als zuvor: Giftgas. Anfangs war die Idee, die gegnerischen Soldaten aus ihren Schützengräben zu vertreiben. Auch das funktionierte nicht. Die Soldaten harrten in den Schützengräben aus - fortan mit der ständigen Angst vor dem nächsten Giftgasangriff. Diese Waffe war für sie schnell zu etwas "alltäglichem". Auch der von den Engländern entwickelte Tank brachte keine wirkliche Abhilfe. Sie sollten die deutschen Stellungen überrollen. Teilweise gelang das, doch die Gegenoffensive stellte den alten Frontverlauf wieder her. Manchmal am gleichen Tag, manchmal einige Tage später.

Quelle: Historische Postkarte von den Schlachtfeldern des Ersten Weltkriegs

Quelle: Historische Postkarte von den
Schlachtfeldern des Ersten Weltkriegs


Die Schützengräben beider Seiten waren häufig nur wenige Meter voneinander entfernt. 30 – 40 Meter, manchmal hundert Meter. Man konnte den Feind hören. Das Leben (und Sterben) in den Gräben und Unterständen prägte den Alltag der Frontsoldaten. Enge, Schlamm und Morast, das Fehlen jeglicher Privatsphäre, unglaubliche hygienische Zustände, Ratten, Läuse und der permanente Gestank toter Kameraden, die man im Niemandsland zwischen den Gräben liegen lassen musste, zermürbten die Soldaten. Der Tod als ständiger Begleiter tat sein Übriges.

Ouvrage de Froideterre


Die ersten Tanks betreten die Schlachtfelder an der Westfront

Die Entwicklung der ersten Panzer ist eng verbunden mit dem Stellungskrieg. Insbesondere die Engländer und Franzosen waren an der Entwicklung maßgeblich beteiligt. Sie suchten nach einer Möglichkeit, den Stillstand des Grabenkrieges zu überwinden und wieder Bewegung auf die Schlachtfelder zu bringen. Die von ihnen zum Einsatz gebrachten Tanks sollten die deutschen Linie überrollen und so den Weg frei machen für die eigene Infanterie. Deswegen wurde beispielsweise der englische Mark-I auch in einer weiblichen und männlichen Version entwickelt. Der nur mit Maschinengewehren ausgestattete (weibliche) Mark-I sollte Soldaten in den Schützengräben bekämpfen und der mit Kanonen ausgestattete (männlich) Mark-I half beim Bekämpfen von Stellungen und Unterständen.

Weitere Informationen: Panzer im Ersten Weltkrieg - interner Link.

Quelle: Der Weltkrieg im Bild, George Soldan, Berlin-Oldenburg, 1926
Die Quelle der weiteren Bilder ... siehe Bildunterschrift.



Ouvrage de Froideterre

Schützengräben - damals und heute

Einst erstreckte sich die Westfront - also das gigantische System verschiedenster Schützengräben - über eine Länge von 700 Kilometern. Überall litten und starben Soldaten, überall harrten sie in ihren Schützengräben aus - auf den nächsten Angriff wartend. Leider gibt es nur noch wenige Orte in Belgien und Frankreich, wo man sich die Schützengräben von damals originalgetreu ansehen kann. Einige von ihnen habe ich Dir herausgesucht. Wenn sie Dich interessieren, kann Du Dir die KMZ-Datei für Google-Earth herunterladen.

  • Tranchée De Chattancourt

    1916 trafen sich hier zwei Schützengräben - nämlich der Toulouse- und Chattancourt-Graben. Diese wurden wurden wieder restauriert. Die Anlage soll empfehlenswert sein; ich selbst habe sie mir noch nicht angesehen.

  • Tranchée de la Soif


    Im Verlauf des Ersten Weltkriegs tobten immer wieder schwere Kämpfe rund um Saint-Mihiel. Diese Anlage befindet südlich der Gemeinde in einem kleinen Wald. Die Gräben winden sich durch das Grün und die Anlage soll wenig besucht sein.

  • Tranchée de l'Ouvrage de la Falouse

    Das Ouvrage de la Falouse befindet sich südwestlich von Verdun und gehört zu einen der letzten Ouvrage, das bei Verdun errichtet wurde. Ein Verein richtete es wieder her und legte auch einen Schützengraben an. Auf dieser Seite findest Du auch einige Bilder von ihm.

  • Tranchée des Baïonnettes

    Dies ist kein restaurierter Schützengraben, sondern eine Gedenkstätte, die man gesehen haben sollte, um die Schrecken des Ersten Weltkriegs besser verstehen zu können. Nach dem Weltkrieg fand man einen zugeschütteten Schützengraben, aus dem noch Bajonette herausragten.

  • Tranchée de Saint-Baussant

    Die Anlage befindet sich nördlich der Ortschaft Flirey. Hier fanden während des Ersten Weltkriegs (insbesondere 191471915) schwere Kämpfe statt. Die Gedenkstätte befindet sich in einem kleinen Waldstück. Zum Zustand kann ich nichts sagen, weil ich sie mir noch nicht ansehen konnte.

Ouvrage de Froideterre


Schlacht um Verdun - Fort Douaumont und umliegende Schützengräben

Diese Luftaufnahme entstand 1916 während der Schlacht um Verdun - konkret bei den Kämpfen rund um das Fort Douaumont. Es zeigt das zerschossene Fort, weiter rechts auch das komplett zerstörte, gleichnamige Dorf. Rund um das Fort Douaumont kann man sehr gut die Schützengräben sehen, die sich in mehreren Reihen staffeln.

Schlacht um Verdun - 1916 - Fort Douaumont - Luftaufnahme | Quelle: Das Antlitz des Weltkriegs - Fronterlebnisse deutscher Soldaten |  Ernst Jünger | Berlin, Neufeld und Henius, 1930.

Quelle: Das Antlitz des Weltkriegs - Fronterlebnisse deutscher Soldaten | Ernst Jünger | Berlin, Neufeld und Henius, 1930.


Weitere Informationen:
- Fort Douaumont bei Verdun.
- Schlacht um Verdun 1916 mit Chronik der Schlacht.

Grabenkampf

Sturmtruppen im Grabenkrieg

Erster Weltkrieg - deutsche Sturmtruppen im Schützengraben | Quelle: Historische Postkarte

Historische Postkarte aus der Zeit
des Ersten Weltkriegs

Weitere Informationen / externe Links:

- Hauptmann Rohr - Portrait bei Wikipedia
- Sturmbataillon Nr. 5 - englische Homepage
- Verlustenliste des Sturmbataillon Nr. 5

Im Herbst 1914 verkeilte sich die Westfront. Der Bewegungskrieg wurde zum zermürbenden Stellungskrieg und die militärische Führung erkannte schnell, dass die Taktik des fortwährenden Infanterieangriffs auf offenem Feld nicht dazu führte, den Gegner niederringen zu können. Die neuen Waffen, die die Schlachtfelder beherrschten (Maschinengewehr, Flammenwerfer oder Infanteriegeschütze) bevorteilten den Verteidiger. Ein Anrennen gegen damit ausgestattete Linie gleich einem Himmelfahrtskommando. Denn:

Die damalige Taktik beruhte auf stetigen Infanterieangriffen in geschlossener Ordnung. Das heißt, dass die Truppen in Massen vorrückten - das Gewehr in der Hand, die Bajonette aufgepflanzt. Während des Angriffs auf die feindlichen Schützengräben mussten sie das sogenannte Niemandsland durchqueren, während die feindliche Artillerie sie mit Schrapnellfeuer bombardierte. Es galt auch Drahthindernisse zu überwinden und Granattrichter zur durchschreiten. Währenddessen versuchten die Verteidiger sie mit Maschinengewehrfeuer oder Mörsern zu durchlöchern. Nachdem sie dann den feindlichen Graben erreicht hatten, mussten die (meist wenigen) Überlebenden ihn vom Feind "säubern" - oft im Nahkampf mit Messern und Keulen. Gleichzeitig mussten sie aber auch mit einem sofortigen Gegenangriff rechnen. Für die Generäle war dies eine schier ausweglose Situation. Ihr Rezept darauf war einzig, immer noch mehr Material einzusetzen und noch mehr Soldaten zum Sterben an die Front zu schicken. Einer der traurigen Höhepunkte dieses Wahnsinns war die Schlacht um Verdun.

Die Sinn- und Erfolglosigkeit der Infanterieangriffe in geschlossener Ordnung wurde auch bald dem einfältigsten Frontkommandeur klar. Um dieses Problem zu überwinden, schufen die Deutschen die sogenannten Sturmtruppen. Das waren Eliteeinheiten, die den Auftrag hatten, in die feindlichen Schützengräben einzudringen, damit der Rest der Armee besser vorrücken konnte. Das Konzept der Sturmtruppen wurde bereits von den Buren in ihrem Krieg gegen das Britische Empire zwischen 1899 und 1902 angewendet. Die Deutschen kopierten es: Die Buren zeichneten sich nicht nur als Scharfschützen aus, sondern waren geschickt im Guerillakrieg, in Überraschungsangriffen und Hinterhalten. Während des Krieges schlossen sich die Buren in Trupps von drei oder vier Männern zusammen, um die britischen Linien zu überqueren und die ausgedehnten Netzwerke von Stacheldraht und Blockhäusern zu umgehen, die sie schützten. Sobald sie auf feindlichem Gebiet waren, versammelten sie sich in größeren Gruppen und griffen die feindlichen Versorgungslinien an, wobei sie die Eisenbahnlinien abschnitten und den Telegrafen störten. Nach ihren Einfällen würden sie in kleinen Gruppen wieder fliehen, bevor feindliche Verstärkungen in das Gebiet eintrafen. Obwohl die Buren schließlich durch das zahlenmäßige Gewicht des Britischen Empire besiegt wurden, gelang es ihnen, dem Feind demütigende Niederlagen zuzufügen.

Die ersten Versuche zur Erprobung der Taktik scheiterten, weil die Kommandeure vor Ort die Soldaten wie die Infanterie einsetzen. Sie konnten dieser neuen Taktik nichts abgewinnen - weil sie sie nicht kannten und sich den Nutzen nicht vorstellen konnten. Angesichts der ausweglosen Lage arbeitete man dennoch weiter an der Taktik des Sturmangriffs. Man bildete - ähnlich wie seinerzeit die Buren - kleine 3- bis 4-Manngruppen, die mit Granaten und Flammenwerfern ausgerüstet waren, um hinter die feindlichen Linie zu gelangen wo sie Maschinengewehrnester auszuschalten. Dabei rückte ein Mann vor. Er bildete die Spitze und hatte die Aufgabe, die Drahthindernisse zu durchtrennen. Ihm folgten Kameraden und deckten ihn mit ihren Waffen. Nach dem Überqueren des Niemandsland griffen sie mit Granaten und Flammenwerfern die Widerstandsnester des Feindes an, zerstörten sie (wenn es gut verlief) und machten so den Weg für die Infanterie frei. Am 12. Oktober 1915 konnte eine kleine Sturmtruppe bei den Kämpfen in den Vogesen den Erfolg dieser Taktik unter Beweis stellen. Sie wurde fortan an allen Frontabschnitten eingesetzt und stetig "verfeinert". Anfangs bildeten die Deutschen nur kleine Gruppen - später ganze Bataillone, die speziell für den Sturmangriff ausgerüstet und ausgebildet wurden. Bereits am 22. Februar 1916 wurden bei der Schlacht um Verdun eigens gebildete Sturmkompanien eingesetzt. Um die Linien der Franzosen zu durchbrechen, wurde jeder Division der 5. Armee vor Verdun eine Sturmkompanie zugeteilt. Sie sollten die Angriffe führen. Es gelang ihnen tatsächlich, die französischen Befestigungen zu durchbrechen, was in der Folge zur (glücklich verlaufenen) Einnahme der Festung Douaumont führte.

Eine Rückkehr zum Bewegungskrieg brachte allerdings auch das nicht – lediglich das Töten wurde effektiver gestaltet. Und als die Engländer bzw. Franzosen diese Taktik übernahmen, war die Lage wieder "ausgeglichen".

Ouvrage de Froideterre

Ouvrage de la Falouse - Nachbildung eines Schützengrabens

Das Ouvrage de la Falouse wurde zwischen 1906 und 1908 erbaut und gehört zu den letzten Festungsanlagen, die die Franzosen rund um Verdun errichteten. Da sie im Ersten Weltkrieg keinem direkten Beschuss durch deutsches Artilleriefeuer ausgesetzt war, ist die komplette Anlage noch heute in einem sehr guten Zustand. Als Standort des Ouvrages wählten die Franzosen eine 230 Meter hohe Anhöhe oberhalb der Maas. Er befindet sich fünf Kilometer südöstlich der Stadt – zwischen den kleinen Ortschaften Belleray und Dugny-sur-Meuse. Gar nicht weit entfernt befinden sich das Fort de Landrécourt und das Fort de Dugny. Die Aufgabe des Ouvrages war, die von Toul kommenden Verbindungswege zu sichern.

Da es sich „lediglich“ um ein Ouvrage und keine ausgebaute Festung handelt, war die Bewaffnung zwar effektiv, aber doch etwas bescheiden. Falouse verfügt über einen 75-mm-Doppelgeschützturm und zwei Hotchkiss-8-mm-Maschinengewehre. Die Augen der Festungsanlagen waren drei Beobachter unter Stahl.

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