Panzer
im Ersten Weltkrieg
1914- 1918

Ich denke einen langen Schlaf zu tun,
denn dieser letzten Tage Qual war groß.

Friedrich von Schiller
1759-1805


Weitere Informationen zum Thema:
Panzer - mobile Festungen von heute.

Der alte Traum von einer mobilen Festung

Der Bogen mag etwas weit gespannt sein, aber ich halte meine These durchaus für berechtigt. Ich behaupte, dass Panzer moderne bzw. mobilen Festungen von heute sind. Mir ist klar, dass Panzer eher eine Offensivwaffe ist und keine defensiven Zwecke verfolgt - wie einst die Panzerfestungen, die Ende des vorletzten Jahrhunderts erreichtet wurden. Und dennoch. Ausgehend von heutigen Kampftaktiken verfolgen sie einen durchaus vergleichbaren Zweck: Schutz der Soldaten bei gleichzeitig hoher Feuerkraft, um Feinde zu bekämpfen.

Bereits Leonardo da Vinchi hatte in der Renaissance die Idee, solche Fähigkeiten miteinander zu verbinden. Das zeigt die Konstruktionszeichnung seiner Kampfmaschine, die leider nie gebaut wurde. Schaut man sich allerdings die Zeichnung an, kann man - finde ich jedenfalls - eine gewisse Nähe sowohl zu den ersten Panzern im Ersten Weltkrieg als auch zu Festungen der damaligen Zeit herstellen. Und Leonardos Idee war letztlich der Bau einer Festung (hölzern und auf Rädern), die mit etlichen Kanonen bestückt werden sollte.


Der alte Traum von einer mobilen Festung

Leonardo da Vinci - Zeichnung eines Kampfwagens

Eine Festung auf Rädern - Quelle: Leonardo da Vinci, Leonardo tank, Veränderte Farbigkeit, CC0 1.0

Der Bogen mag etwas weit gespannt sein, aber ich halte meine These durchaus für berechtigt. Ich behaupte, dass Panzer moderne bzw. mobilen Festungen von heute sind. Mir ist klar, dass Panzer eher eine Offensivwaffe ist und keine defensiven Zwecke verfolgt - wie einst die Panzerfestungen, die Ende des vorletzten Jahrhunderts erreichtet wurden. Und dennoch. Ausgehend von heutigen Kampftaktiken verfolgen sie einen durchaus vergleichbaren Zweck: Schutz der Soldaten bei gleichzeitig hoher Feuerkraft, um Feinde zu bekämpfen.

Bereits Leonardo da Vinchi hatte in der Renaissance die Idee, solche Fähigkeiten miteinander zu verbinden. Das zeigt die Konstruktionszeichnung seiner Kampfmaschine, die leider nie gebaut wurde. Schaut man sich allerdings die Zeichnung an, kann man - finde ich jedenfalls - eine gewisse Nähe sowohl zu den ersten Panzern im Ersten Weltkrieg als auch zu Festungen der damaligen Zeit herstellen. Und Leonardos Idee war letztlich der Bau einer Festung (hölzern und auf Rädern), die mit etlichen Kanonen bestückt werden sollte.

Panzer als Hartziele

1916 – Tanks erscheinen auf den Schlachtfeldern

1916 ... Schlacht an der Somme: Sie war eine der größten und blutigsten Schlachten an der Westfront des Ersten Weltkriegs. Diese britisch-französische Gegenoffensive gen deutsche Stellungen begann am 1. Juli 196 und war als "Entlastungsschlacht" gedacht, weil man die Deutschen zwingen wollte, ihre Truppen bei der Schlacht um Verdun zu schwächen. Die Somme-Schlacht endete am 18. November desselben Jahres ohne eine militärische Entscheidung - jedoch mit einer Million getöteten, verwundeten oder vermissten Soldaten. Die Engländer wurden geführt von General Douglas Haig. Sein Plan sah vor, so viele Geschütze wie möglich in einem engen Frontabschnitt zu konzentrieren und durch schwerstes Artilleriefeuer die deutschen Stellungen "sturmreif" zu schießen. Die Schlacht begann mit einem 7-tägigen Trommelfeuer aus tausenden Geschützrohren. Danach sollte die Infanterie vorrücken. Man glaubte, dass durch das Trommelfeuer die Deutschen ausgeschaltet werden konnten oder wenigstens derart geschwächt sein würden, dass die Infanterie "ein leichtes Spiel" haben müsste. Das war ein tödlicher Trugschluss, denn die deutschen Stellungen waren gut ausgebaut mit etlichen, tief unter der Erde liegenden Unterständen, in denen sich die Soldaten schutzsuchend verkrochen. Als dann die englischen Soldaten vorrückten, folgte die böse Überraschung. Sie rannten ungeschützt in deutsches Maschinengewehrfeuer und starben zu Tausenden. General Haig - den man später häufig auch "den Schlächter" nannte - wollte seinen Misserfolg nicht erkennen und schichte Angriffswelle nach Angriffswelle ins Niemandsland. Ein unglaubliches Blutbad.

In dieser schier ausweglosen Situation setzten die Engländer erstmals ihre neue und bis dahin streng geheim gehaltene Waffe ins Feld - ihre neu entwickelten Panzer. Sie sprachen von Landschlachtschiffen oder kurz Tank, wobei letzteres als Deckname gewählt wurde.





Die Aufgabe der Tanks war es, das Niemandsland zu durchqueren (um dabei die Stacheldrahthindernisse niederzuwalzen) und anschließend die deutschen Stellungen zu überrollen. Sie sollten den Weg frei machen für die Infanterie, die dann die verbliebenen Soldaten bekämpfen, töten oder wenigstens gefangen nehmen sollten. Soweit der Plan.

Der erste Panzer-Angriff in der Geschichte wurde von der britischen Armee am 15. September 1916 bei Flers durchgeführt. Ursprünglich war der Einsatz von 49 Panzern vom Typ Mark I geplant. Die Kampfwagen waren jedoch noch sehr unzuverlässig, so dass bereits auf dem Weg zur Front 17 Tanks ausfielen. Beim Angriff der verbliebenen Panzer verbreiteten sie Angst und Schrecken unter den deutschen Soldaten. In Panik flohen viele von ihnen aus ihren Gräben. Andere zogen sich in Erdlöcher zurück und versuchten diese Ungetüme aus Stahl mit Handgranaten zu bekämpfen. Am Ende des Tages waren fünf Tanks noch intakt. Ihr erster Einsatz offenbarte viele Schwächen der neuen Waffe, gleichwohl wurde er als Erfolg gewertet. Tatsächlich war die psychologische Wirkung der neuen Waffe ungleich höher als der militärische Nutzen ihres ersten Einsatzes.

Wie schon gesagt: Der erste Einsatz der englischen Tanks wurde als Erfolg angesehen, was zur Folge hatte, dass sowohl deren Weiterentwicklung als natürlich auch deren Produktion forciert wurde. Es entstanden neue Modelle. Dem Mark I folgten bald die Modelle Mark II, III und IV. Gleichwohl hatten viele Generäle an der Front, eine rechte Taktik für die Tankgeschwader zu finden. Häufig schickten sie sie einfach gradlinig auf die feindlichen Linien zu, damit sie der Infanterie den Weg durch das Niemandsland bahnen konnten. Sie wurden als Hilfsmittel der Infanterie angesehen. Kern allen Strebens war weiterhin, mit den Soldaten die feindlichen Gräben einzunehmen.

Quelle: Der Weltkrieg im Bild, George Soldan, Berlin-Oldenburg, 1926

Quelle: "Der Weltkrieg im Bild", Autor: George Soldan | Ausgabe 1926



1917 – die erste Tankschlacht der Geschichte

Dann - das war 1917 - war es soweit: Die Engländer setzten im Zuge einer Offensive der Entente in Flandern am 20. November 1917 bei Cambrai erstmals auf einen massiven Vorstoß ihrer Tanks in großer Anzahl. Obwohl die Tanks bereits seit 1916 zum Einsatz kamen, zeigte sich bei dieser Schlacht erstmals die wahre Wirkung der neuen Waffe, wenn man sie gezielt, koordiniert und in großer Zahl einsetzt. In die Geschichtsbücher ging diese blutige Schlacht, die bis zum 14. Dezember 1917 tobte als weitere, unterm Strich sinn- und wirkungslose Offensive der Alliierten gegen die Siegfriedstellung an der Westfront ein. Gleichwohl unterscheidet sich ihr Verlauf maßgeblich von bisherigen Schlachten: Erstmals wurden von den Briten Tanks in großer Zahl als entscheidender Bestandteil der Schlacht eingesetzt.

Die Offensive begann am 20. November 1917 in den frühen Morgenstunden. Ziel war es, die deutschen Linie nahe der Stadt frontal zu durchstoßen. Dann sollte die Stadt selbst eingekreist und eingenommen werden. Die Einsatzplanung des britischen Generals Julian Byng (Kommandant der 3. Armee) sah ein gewisses Überraschungsmoment vor. Deswegen begann man die schwach besetzte Siegfriedstellung mit Sprenggranaten einzunebeln. Üblicherweise folgt dann ein andauerndes Trommelfeuer. Darauf verzichtete man zugunsten eines direkten Angriffs der 378 britischen Tanks (plus 98 weitere Versorgungstanks). Sie rückten auf breiter Front auf die deutschen Stellungen vor und wurden dabei von der Luftwaffe unterstützt, die verhindern sollte, dass die Deutschen Truppen zur Verstärkung der ersten Linie heranführen konnten. Den Tanks folgten sechs Infanteriedivisionen. Die Tanks kamen wegen des ebenen und trockenen Geländes schnell vorwärts und überrollten die deutschen Stellungen. Ihnen half der Überraschungsmoment und die Angst, die die deutschen Einheiten vor den Höllenmaschinen hatten. Viele Einheiten ergriffen die Flucht. An nur einem Tag konnte der britische Vormarsch neun Kilometer vordringen. Das hat es seit 1914 nicht mehr gegeben.

Natürlich warteten die Deutschen nicht lange mit dem Gegenangriff. Er erfolgte am Morgen des 30. Novembers. Unterstützt durch Sperrfeuer aus Gasgranaten drangen deutsche Sturmtruppen mehr als fünf Kilometer vor. Bei den Sturmtruppen handelte es sich um speziell ausgebildete und gut ausgerüstete Kampftrupps, die gezielt gegnerische Linie durchbrachen und dann ihrem mörderischen Handwerk nachgingen. Es folgte die "normale" Infanterie.

Am 4. Dezember 1917 endeten die Kämpfe bei Cambrai. Die Bilanz: 44.000 gefallene, verletzte, vermisste oder in Gefangenschaft geratene Soldaten auf britischer und weitere 45.000 Mann auf deutscher Seite. Der ursprüngliche Frontverlauf war kaum verändert. Eigentlich nichts ungewöhnliches für den Ersten Weltkrieg - bis auf den ersten Tankangriff mit durchschlagender Wirkung zu Beginn dieser Schlacht, der in die Geschichtsbücher einging.



Quelle: Historische Propagandapostkarte aus England.

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