Preußische Festungen im 19. Jahrhundert:

Festungen rund um
Königsberg

Königsberg war einst eine
preußische Großstadt an der Ostsee,
gehörte seit 1871 zum Deutschen Kaiserreich
und fiel zum Ende des Zweiten Weltkriegs
an die Russen. Heute ist Kaliningrad eine
russische Enklave zwischen Polen und Litauen.

Aus der preußischen Zeit stammen noch
etliche Festungen, die heute allerdings verfallen.

Preußische Festungen rund um das ehemalige Königsberg

Kaliningrad - das ehemalige Königsberg - ist heute eine russische Enklave zwischen Polen und Litauen. Einst war die Stadt an der Ostsee allerdings eine Königliche Haupt- und Residenzstadt und gehörte zu Preußen und wichtiger Verkehrsknotenpunkt des nordosteuropäischen Verkehrs zwischen Deutschland und Russland. Mit der Reichsgründung wurde sie 1871 zur nordöstlichsten gelegenen Großstadt im neu entstandenen Deutschen Kaiserreich, welches lange Zeit von Kaiser Wilhelm II. regiert wurde.


Festung Königsberg - 16. Jahrhundert:

Die Befestigung von Königsberg in der "jüngeren Vergangenheit" kann man grob in drei Abschnitte teilen. Bereits im Verlauf des 17. Jahrhunderts entstanden rund um die Stadt, die damals natürlich nicht die Ausdehnung von heute hatte, eine Reihe von Rondells, Ravelins und befestigten Stadttoren. Dieser Festungsgürtel rund um die Stadt, dessen Kern in den Jahren 1626 bis 1634 entstand, gelegentlich als "barocke Befestigungsgürtel" bezeichnet. Höhepunkt dieser Phase wer zweifelsfrei der Bau der Festung Groß Friedrichsburg - eine wuchtige Zitadelle direkt an der Pregel. Ihr Bau begann 1658. Sie wurde als bastionäre Festung angelegt - das war damals die gängige Bauweise moderner Festungen. Im Laufe der Zeit erfolgten immer wieder Aus- und Ergänzungsarbeiten und die Zitadelle wandelte ihr Gesicht. Mitte des 19. Jahrhunderts nannte man sie deswegen auch nicht mehr Zitadelle, sondern man sprach vom Fort Friedrichsburg und man gliederte sie in den nach 1843 begonnenen Bau eines neuen Festungsrings rund um Königsberg eingebunden.


Festung Königsberg - Mitte des 19. Jahrhunderts:

Wie bereits gesagt: Mitte des 19. Jahrhunderts begann die zweite Phase beim Ausbau Königsberg als bedeutende Festungsstadt Ostpreußens. Es entstand ein elf Kilometer langer Festungswall rund um die Stadt, der 1859 fertiggestellt wurde. Heute sind diese Bauten (teilweise) architektonische Hingucker - aus Backstein gemauert, für Militärbauten recht aufwendig gestaltet. Im Wesentlichen entstanden acht Tore, die den Zugang zur Stadt schützen. Das bereits angesprochene Fort Friedrichsburg erhielt Mauern, Tore und vier eindrucksvolle Ecktürme, die das Bild der Festung noch heute prägen.
>> siehe: neupreußische Festungsmanier.


Festung Königsberg - Ende des 19. Jahrhunderts:

Schnell stellte man allerdings fest, dass angesichts der voranschreitenden Waffen- und insbesondere Artillerietechnik diese Wehrbauten die Stadt nicht ausreichend schützen konnten. Also errichtete man direkt nach Fertigstellung des just errichteten, die Stadt eng eng umfassenden Festungsrings einen weiteren, zweiten Festungswall mit einem weitläufigen Radius von acht bis zehn Kilometern. Er hatte einen Umfang von mehr als vierzig Kilometern, bestand aus zwölf Fort und weiteren Zwischenwerken. Die Entwürfe dieses neuen Festungsrings entstanden 1871; Baubeginn war bereits 1872, wobei sich die Arbeiten bis 1890 hinzogen. >> siehe Festungen des Deutschen Kaiserreichs.

Die einzelnen Forts des zweiten Walls um die Stadt plante man mit einem Abstand von circa fünf Kilometer zueinander. Eine Entfernung, die es erlaubte, dass sich die Festungen im Fall eines Angriffs mittels ihrer Festungsartillerie gegenseitig decken konnten. Bis auf wenige Ausnahmen orientierte man sich beim Bau an den sogenannten Biehlerschen Einheitsfort. Das war eine Blaupause der Preußen für eine schnelle, kostengünstige Errichtung moderner Festungsanlagen. Ähnliche Forts findet man beispielsweise auch rund um Köln oder eines von Ihnen auch bei Metz (Fort Manstein).

Der Einfachheit halber nummerierte man die Festungen - eine Vorgehensweise, die auch beim Bau des preußischen Festungsrings rund um Köln angewendet wurde. Und man verbindete die Festungen durch eine Ringchaussee, was die Versorgung enorm erleichterte. Nach Fertigstellung des zweiten Festungsrings hatten die Wallanlagen und Tore des ersten Festungsrings um Königsberg keine militärische Bedeutung mehr.


Preußische Festungen rund um Königsberg (heute Kaliningrad)

Preußische Festungen rund um Königsberg - heute Kaliningrad



Folgen der Brisanzgranatenkrise nach 1880:

Das Dumme dieser Zeit war, dass gegen 1880 sogenannte Sprenggranaten entwickelt wurden. Artilleriegeschosse mit enormer Sprengkraft. Festungen, die bis dato errichtet wurden, galten auf einen Schlag als veraltet, weil sie einem solchen Beschuss nicht lange hätten widerstehen können. Das galt auch für die Festungen rund um Königsberg - ohne Ausnahme.


Weitere Informationen:

- prussia39.eu - russische Homepage

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