Festungen des Deutschen Bundes von 1815 - 1866:

Bundesfestung
Ulm



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Besonderheiten der Bundesfestungen am Beispiel der Bundesfestung Ulm

Bundesfestung Ulm - historische Karte

Historische Karte: Bundesfestung Ulm
Quelle: Unknown author, Festung Ulm, als gemeinfrei gekennzeichnet, Details auf Wikimedia Commons

Weitere Informationen:
- Bastionäre Festungen.
- Neupreußische Festungsmanier.
- Polygonalfestungen.
- Gürtelfestungen.
- Brisanzgranatenkrise.

Militärgeschichtlich markiert der Ausbau der Bundesfestungen eine Abkehr von traditionellen Bastionärfestungen - dem Festungsbaustandard der letzten Jahrhunderte, der maßgeblich von dem Franzosen Sébastien Vauban geprägt wurde. Die Bundesfestung Ulm, die zwischen 1843 und 1859 errichtet wurde zeigt diese Abkehr sehr deutlich. Sie ist zugleich ein gutes Beispiel für die neupreußische bzw. die neue deutsche Befestigungsmanier.

Die Bundesfestung Ulm besteht im Wesentlichen aus zwei Teilen:

(1) Kern der riesigen Festungsanlage ist die polygonale Hauptumwallung rings um die Stadt. Sie ist geprägt von langen Mauer- und Wallbauten, die stumpfwinklig aufeinandertreffen. Und sie ist geprägt von wuchtigen Kasematten, die zur Aufnahme möglichst vieler Geschütze über mehrere Stockwerke verfügen. Von ihnen aus konnte man geschützt und dennoch effektiv die langen, geraden Gräben bestreichen, um vorrückende Truppen aufzuhalten. Zweifelsfrei stärkster Teil der Hauptumwallung war die Wilhelmsburg mit der Wilhelmsfeste.

(2) Unabhängig von der Hauptumwallung rund um die Stadt errichtete man ein einigem Abstand zu dieser weitere polygonale Außenforts. Sie hatten die Aufgabe, einen frontalen Angriff auf den Hauptteil der Festung zu verhindern und dienten zugleich als wichtige Stützpunkte vorgelagerter Truppen und insbesondere vorgelagerter Artillerie. Wollten feindliche Truppen zur Hauptfestung vordringen, mussten sie zuerst diese autonom agierenden Forts niederkämpfen. Ein verlustreiches Unterfangen.

Unterm Strich war die Bundesfeste Ulm somit eine moderne Gürtelfestung, und sie markiert zugleich die endgültige Abkehr deutscher Festungsbauingenieure vom traditionellen Bastionärsystem.

Ironie der Geschichte war, dass diese moderne Festung eigentlich schon direkt nach ihrer Fertigstellung im Jahr 1859 als veraltet galt. Die Entwicklung gezogener Rohre für Artilleriegeschütze ermöglichten Angreifern nämlich eine deutlich weitere Reichweite und deutlich verbesserte Treffgenauigkeit. Die vorgelagerten Forts verloren damit ihre Aufgabe, weil die neuen Geschütze über genügend Reichweite verfügten, um die Hauptumwallung dennoch direkt anzugreifen. Natürlich reagierte man auf diese Bedrohung mit einer Verstärkung besonders exponierter Festungsteile. Das verringerte das Risiko im Fall eines Angriffs - eliminierte es aber nicht.




Weitere Informationen / externe Links:

- Karte der Bundesfestung Ulm.
- Flyer: Bundesfestung Ulm - der Festungsweg.

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