Atombunker der Landeszentralbank von NRW

Die Landeszentralbank von Nordrhein-Westfalen ist eine der wenigen Landesbanken in Deutschland, die während des Kalten Krieges einen verbunkerten Ausweichsitz errichtete. Man könnte meinen, dass die Herren nicht wussten wohin mit dem Geld und sich daher ein bauliches Privileg leisteten, welches sie im Fall eines atomaren Angriffs besonders schützt. Weit gefehlt: Die Landeszentralbank hatte den Status einer sogenannten Sicherstellungsbehörde. Im Wirtschaftssicherstellungsgesetzt, welches bereits Ende der 50er Jahre des letzten Jahrhunderts in der Wehrverfassung niedergeschrieben wurde (und später in den Notstandgesetzen) wurde die Sicherstellung der Versorgung mit Leistungen auf dem Gebiet des Geld- und Kapitalverkehrs gesetzlich verankert und verpflichtete die Bundesbank und die Landesbanken für den Fall einer kriegerischen Auseinandersetzung besondere Vorkehrungen zu treffen.

Dies ist auch der Grund, warum die Deutsche Bundesbank bereits 1962 damit begann, ihren Ausweichsitz in den Moselhängen oberhalb von Cochem zu errichten und die die Landeszentralbank von Rheinland-Pfalz ein Jahr später die Fertigstellung ihres Atombunkers im Hundsrück vermeldete.

Wie alle anderen Bauwerke dieser Art wurde auch der Ausweichsitz der Landeszentralbank von Nordrhein-Westfalen unter größter Geheimhaltung errichtet. Man tarnte die Aktivitäten als „Schulprojekt“. Und in der Tat errichtete man zwischen 1966 und 1969 zuerst den Atombunker, um danach oberhalb der Anlage eine moderne Schule zu errichten. Federführend für die Errichtung der Schutzräume war die Hochtief AG, die insgesamt 5.000.000 D-Mark dafür erhielt.

In gewisser Weise ist der Atombunker wie die Übrigen, die ich mir bisher ansah: Meterdicke Stahlbetonwände, massive Luftschutztüren, Notstromaggregate, Krankenstation und so weiter. Die Besonderheiten sind jedoch die verschiedenen Tresore, die ebenfalls eingebaut wurden, und die man mit tonnenschweren Türen sicherte. Die Aufgabe der Landesbanken war ja die Sicherung des Geldkreislaufes selbst während kriegerischer Auseinandersetzungen. Also horteten die Bänker in den Tresoren völlig neu gestaltete Reservebanknoten.

Sie sollten in Umlauf gebracht werden, um beispielsweise eine galoppierende Inflation zu stoppen. Oder sie sollten ein Gegengewicht sein, wenn vom Feind massenhaft Falschgeld in den Umlauf gebracht wird. Die Idee dahinter war, dass die Bundes- und Landesbanken einen Austausch der Währung vorbereiten sollten, damit die Wirtschaft im Krisenfall nicht gänzlich zusammenbricht.


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