Kaiser Wilhelm I. und der Festungsbau

Wilhelm I. wurde am 2. Januar 1861 nach dem Tod seines Bruders zu König von Preußen gekrönt. Kurz nach seiner Krönung beruft er Otto von Bismack zum Ministerpräsidenten, der wiederum seine Position nutzt, um in drei Kriegen das Deutsche Reich politisch zu einigen. Den militärischen Oberbefehl hat jeweils Wilhelm I:

Es begann mit dem Deutsch-dänischen Krieg (1864) und setzte sich fort mit dem Deutschen Bruderkrieg (1866), bei dem Wilhelm eine Koalition aus Österreich und Bayern schlägt. Später folgt dann der Deutsch-französische Krieg, bei dem Wilhelm - wie bereits erwähnt - den Oberbefehl in der entscheidenden Schlacht bei Sedan hatte.

Die erste Panzerfestung bei Thron

Wilhelm I. richtete seinen Blick aber auch nach Osten: Obwohl das Zarenreich während der Napoleonischen Kriege noch Verbündeter war, galt es nun, auch die Ostgrenzen Preußens zu schützen. Strategisch wichtige Städte wurden zwar im Verlauf des 19. Jahrhunderts wiederholt militärisch ausgebaut, doch die Festungen galten als "etwas in die Jahre gekommen".

Also ließ Wilhelm weit vor den Toren dieser Städte neue Gürtelfestungen errichten. Seinerzeit und unter der Ädige von Wilhelm I. baute man beispielsweise Thron (heute in Polen) und Königsberg (heute in Russland) entsprechend aus. Gegen Ende seiner Amtszeit entwickelten deutsche Ingenieure sogar erste Pläne eines gänzlich neuen Festungstyps, mit denen man auf die Bedrohung just entwickelter Brisanzgranaten reagierte.

Dieser Prototyp moderner deutscher Festungen, der zum Standard für alle folgenden Investitionen werden sollte, konnte jedoch erst nach seinem Tod fertiggestellt , um dann nach ihm benannt zu werden: Feste König Wilhelm I. (in Anlehnung daran, dass er lieber König von Preußen war) bei Thron. Heute heißt sie Fort I Jan III Sobieski- es war die erste Panzerfestung, die Deutschland erbaute.

Panzerfestungen bei Metz, Thionville und Straßburg

Nach Gründung des Deutschen Reichs 1871 und dem Frankfurter Frieden zwischen Deutschland und Frankreich vom 10. Mai 1871 entwickelten die Generalstäbe beider Seiten erste Überlegungen zur jeweiligen Sicherung der Grenzen und in gewisser Weise auch als Vorbereitung einer erneuten kriegerischen Auseinandersetzung. Während Frankreich mit der Barrière de Fer eine neue Festungskette von Verdun, über Toul, Épinal bis Belfort errichtete, baute Deutschland die nach dem Sieg über Frankreich annektierten Städte Straßburg, Metz und Thionville und die bereits verfügbaren Rheinbefestigungen weiter aus. Es begann damit, das Kaiser Wilhelm I. unmittelbar nach Kriegsende den Befehl erteilte, die rund um Metz noch unter den Franzosen begonnenen Festungsbauten zu vollenden (siehe: erster Festungsring rund um Metz).

Unabhängig davon errichtete man rund um Straßburg etliche neue Festungen zum Schutz der strategisch wichtigen Stadt. Der Einfachheit halber bediente man sich dabei den Plänen von Hans Alexis von Biehler, der Jahre zuvor das sog. Biehlersche Standardfort entwickelte.

Parallel dazu entwickelte man die Pläne moderner Panzerfestungen weiter und es begann - allerdings erst nach dem Tod Wilhelm I. - der Bau einer neuen Sperrfestung westlich von Straßburg, der späteren Feste Kaiser Wilhelm II.. Ihre Baupläne waren abgeleitet von dem Prototyp bei Thorn, und sie setzte Maßstäbe, die später bei der Errichtung des zweiten Festungsrings rund um Metz noch weiter "verfeinert" wurden.

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