Geschichte der Maginot Linie

André Maginot


André Maginot
(1877-1932)

Er war französischer Politiker und diente ab 1917 als Minister verschiedener Ressorts - unter anderem als Kriegsminister. Er förderte den Aufbau einer Festungslinie entlang der Grenze zu Deutschland. Sie wurde 1935 offiziell Maginot-Linie genannt.

Die Geschichte der Maginot-Linie in Frankreich

Geprägt von den Schrecken des Ersten Weltkriegs begannen bereits kurz nach seinem Ende die Militärs aller europäischen Nationen mit der Aufarbeitung der gesammelten Erfahrungen. Sie alle einte der Wunsch, einen derartig brutalen Stellungskrieg zu vermeiden. Gleichzeitig kamen sie jedoch auch zu der Erkenntnis, dass die Landesverteidigung weiterhin auf starken Befestigungen an den eigenen Grenzen fußen sollte.

Die Logik der Militärs war schlicht: Wenn sich ein Stellungskrieg nicht vermeiden lässt, dann sollen die Soldaten wenigstens aus durch Bunker heraus kämpfen.

In Frankreich war die Situation sogar noch etwas komplexer: Der Erste Weltkrieg hatte das Land ausbluten lassen. Es wurde quasi eine komplette Generation junger Männer getötet, verstümmelt oder sie litten unter den traumatischen Folgen des Krieges. Obendrein zählte Frankreich mit 40. Mio. Menschen deutlich weniger Einwohner als der Deutschland (80 Mio. Einwohner).

Man hätte also nicht genug Soldaten aufbringen können, um die Grenze effektiv verteidigen zu können. All das zusammen führte schnell zu der Idee, Frankreichs Grenzen durch einen neuen Festungswall zu schützen.

Es verwundert also nicht, dass es bereits wenige Jahre nach Ende des Ersten Weltkriegs Überlegungen zum Bau eines neuen Verteidigungswalls entlang der deutsch-französischen Grenze gab.

Paul Painlevé, zwischen 1925 und 1919 Kriegsminister von Frankreich, befasste sich bereits mit dem Thema. Letztlich ist es aber seinem Nachfolger André Maginot zu verdanken, dass Frankreich das Bauvorhaben in die Tat umsetzte. Es war quasi eine seiner ersten Amtshandlungen als neuer Kriegsminister, das Parlament über den Bau des neuen Verteidigungswalls gegen Deutschland - später bekannt als Maginot-Linie - abstimmen zu lassen.

Maginot

Impressionen: Verlassene Ouvrages der Maginot-Linie

Der Besuch verlassener Werke der Maginot-Linie kann lebensgefährlich sein - einmal abgesehen davon, dass man sich unerlaubt in einem militärischen Sperrbezirk bewegt, was durchaus (sofern man dabei erwischt wird) recht unangenehme Folgen haben kann. Will man dennoch unbedingt das Innere erkunden, muss man eine entsprechende Ausrüstung zur Hand haben. Besonders wichtig dabei ist: viel Licht. Denn im Inneren ist es so dunkel, dass man seine eigene Hand vor den Augen nicht mehr erkennen kann. Sich in einer Gruppe zu bewegen ist außerdem ein Muss. Nicht zuletzt für den Fall, dass man Kabeldieben begegnet. Ich weiß wovon ich rede und spreche aus Erfahrung.




Französische Festungen

www.festungen.info ist eine private Homepage und verfolgt keine kommerziellen Zwecke. Dennoch verwendet die Website Cookies, um Ihnen das beste Surf-Erlebnis zu ermöglichen und eine Reichweitenmessung durchzuführen. Weitere Informationen erhalten Sie in der Datenschutzerklärung.