Festung Dęblin - Festung des russischen Zarenreichs des 19. Jahrhunderts

Polen hörte im späten 18. Jahrhundert auf zu existieren, weil sich Preußen und Russland vereinten und das Land unter sich aufteilten. Letztlich änderte daran auch der Wiener Kongress von 1815 nichts, bei dem die europäischen Fürstenhäuser die Landkarte Europas nach Ende der napoleonischen Kriege neu zeichneten. Es entstand zwar wieder das Königreich Polen, aber es stand unter der Ägide vom Zar Nikolaus I. – also letztlich unter russischer Vorherrschaft. Dagegen lehnten sich die Polen im Novemberaufstand 1830/31 auf. Zunächst verlief die Auseinandersetzung für sie günstig. Am Ende mussten sie sich allerdings der Übermacht russischer Truppen geschlagen geben.

Russland wiederum nahm dieses Ereignis zum Anlass, seine Vormachtstellung in Polen weiter auszubauen, sich durch die Ansiedlung weiterer Truppen vor einem weiteren Aufstand zu schützen und gleichzeitig die Westgrenze des russischen Reichs zu Preußen und Österreich-Ungarn militärisch zu sichern. Im Herzen Polens fasste man dabei drei Städte ins Auge: Warschau, Modlin und die weiter südöstlich gelegene Kleinstadt Dęblin.

Der Ausbau von Dęblin zur Garnison und Festungsstadt erfolgte in mehreren Abschnitten. Es begann 1832 mit dem bau der Zitadelle – eine fünfeckige Bastionsfestung direkt an der Weichsel. Sie sollte nicht nur den Schiffsverkehr dort kontrollieren, sondern auch den Übergang über den Fluss sichern. Besonderes Kennzeichen der Zitadelle ist das riesige Kasernengebäude mit einer Länge von gut 1.500 Metern.

Zwischen 1878 bis zum Ausbruch des Ersten Weltkriegs entstanden weitere, der Zitadelle vorgelagerte Festungen. Es waren (modernere) Polygonal-Befestigungen, die man im Wesentlichen aus Ziegelsteinen mauerte und erst später mit Beton verstärkte. Bei Ausbruch des Ersten Weltkriegs galten sie als veraltet, weil sich zwischenzeitlich die Artillerie derart weiterentwickelt hatte, dass Festungen dieses Typs einem Artilleriebeschuss nicht lange hätten widerstehen können.

Die Festung Iwanogród (so wurde sie zeitweise von Russland genannt) bildete zusammen mit den Festungen rund um Modlin und Warschau sowie der weiter nördlich gelegenen Festung Zegrze eine Einheit zum Schutz der Westgrenze des russischen Reichs.

Weitere Informationen:

- histmag.org (polnisch)

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