Festungen
rund um Straßburg


Deutsche Festungen,
die zwischen 1971 und 1918 im sogenannten
Reichsland Elsass-Lothringen errichtet wurden.


Nicht der Krieg ist der Ernstfall,
in dem der Mann sich zu bewähren habe,
wie meine Generation in der kaiserlichen Zeit
auf den Schulbänken lernte,
sondern der Frieden ist der Ernstfall,
in dem wir alle uns zu bewähren haben.“

Gustav Heinemann
1899-1976



Straßburg - Festungsstadt im Elsass


Nach dem für Frankreich verloren gegangenen Deutsch-Französischen Krieg 1870/71 fielen die Regionen Elsass und Lothringen an das Deutsche Kaiserreich. Für die Franzosen war das ein schmachvoller Verlust; für das Kaiserreich war dies wiederum ein Zugewinn von großem Wert. Denn zum Schutz der eigentlichen Grenze, die entlang des Rheins verlief, gab es nun eine "Pufferzone". Würde es zu einem erneuten Krieg zwischen beiden Ländern kommen, würden die ersten Kampfhandlungen hier stattfinden und nicht auf deutschem Gebiet. Obendrein waren die wichtigsten Städte im sogenannten Reichsland Elsass-Lothringen (also Straßburg, Metz und Thionville) gleichzeitig wichtige Verkehrsknotenpunkte, die man für die Versorgung der Truppen benötigt. Wichtig zu wissen ist, dass man seinerzeit seine Truppen nicht einfach "durch das Gelände" schicken konnte wie es vielleicht heute möglich wäre. Damals war man auf Land- und Wassenstraßen sowie die Eisenbahn als Transportmittel zwingend angewiesen.

Festungsring um Straßburg


Schematische Darstellungen
der Festungen rund um Straßburg.

Also errichteten die Deutschen rund um Straßburg nach und nach einen Festungsgürtel - vergleichbar dem um die Stadt Metz. Er bestand aus vierzehn Festungen, die allesamt zwischen 1871 und 1882 erbaut wurden, sowie weiteren Zwischenwerken, die man zwischen 1885 und 1890 erbaute. Ferner gab es etliche Bunker und kleinere Infanteriestellungen, um die Zwischenräume zwischen den bereits bestehenden Anlagen zu sichern.

Und als wenn dies alles nicht reichen würde, erbauten die Deutschen westlich von Straßburg (also in Richtung der neuen deutsch-französischen Grenze) quasi eine "kleine Festungsstadt" - nämlich die riesige Feste Kaiser Wilhelm II. Die Franzosen nannten die Festungsanlage später Fort Mutzig. Sie wird noch heute (größtenteils) vom französischen Militär genutzt und ist Besuchern nur in winzigen Teilen zugängig. Das Besondere an dieser Festungsanlage ist, dass sie eine der ersten war, bei denen die deutschen Architekten einen komplett neuen Baustil umsetzten. Etliche Festungen, die ich mir in der Nähe von Metz ansah, folgten den Erkenntnissen, die hier umgesetzt wurden.

Während des Ersten Weltkriegs gab es zwar einen Vorstoß der Franzosen, um das Reichsland Elsass-Lothringen wieder zurück zu erobern, aber der fand nordwestlich von Straßburg statt und gelangte nie in die Nähe der Stadt. Daher gab es rund um die Festungen von Straßburg keine eine nennenswerte Kampfhandlung. Nach Ende des Kriegs als Straßburg wieder zu Frankreich gehörte, wurden die Forts umbenannt und von der französischen Armee weiter genutzt. Teilweise baute man sie aus und rechnete sie der späteren Maginot-Linie zu.




Ich hoffe,
dass wir das Schwert
mit Gottes Hilfe so führen
werden, dass wir es mit Ehre
wieder in die Scheide stecken.

Kaiser Wilhelm II.
letzte deutsche Kaiser
1859-1941

kaiser, wilhelm,

Der Ausbau der Festungen rund um Metz
war letztlich eine Vorbereitung auf den Ersten Weltkrieg
- auch wenn die Festungen dort keine nennenswerte Rolle spielten.




Festungen rund um Straßburg


In eigener Sache: Diese Serie entsteht gerade. Bisher konnte ich mir nur die Feste Kaiser Wilhelm II ansehen. Im Verlauf der nächsten Monate werde ich mich die übrigen Forts rund um Straßburg vornehmen. Ich hoffe, dass man sie noch besichtigen kann, wobei ich das nicht auf die Museen beziehe, sondern auf die stillgelegten Festungen.


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      Feste Kaiser Wilhelm II.



Wissenswert.

Ich gab mir Mühe und versuchte die lange
Geschichte des Festungsbaus mit wenigen Worten
zusammenzufassen. Dabei konzentriere ich mich
auf die preußischen Festungen Ende des 18. Jahrhunderts.

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Ich habe auch eine eigene Dokumentation über den
Ersten Weltkrieg erstellt. Meiner Ansicht nach
ist diese wichtig, um Inhalte der Homepage geschichtlich
entsprechend und richtig einzuordnen.

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